Obdachloses Paar aus Düsseldorf buchte viermal Luxusurlaub – und zahlte keinen Cent

Die Obdachlosen ließen sich unter anderem auf Teneriffa die Sonne auf den Bauch scheinen (Symbolbild).
Die Obdachlosen ließen sich unter anderem auf Teneriffa die Sonne auf den Bauch scheinen (Symbolbild).
Foto: querbeet / Getty Images/iStockphoto
  • Ein obdachloses Paar aus Düsseldorf genoss vier Luxus-Urlaube
  • Dafür zahlten die beiden keinen Cent
  • Vor dem Amtsgericht wurde ihr Fall nun verhandelt – sogar ihr Verteidiger zeigte sich erstaunt

Berlin.  Im Winter ist das Leben für viele Obdachlose auf Deutschlands eisigen Straßen besonders hart, wie du hier nachlesen kannst. Ein wohnungsloses Pärchen aus Düsseldorf fand jedoch einen Weg, dieser Misere zu entgehen.

Die beiden buchten insgesamt vier Luxus-Urlaube, ließen es sich in re­nom­mierten Hotels gut gehen. Dabei zahlten sie keinen Cent. Weil ihre Masche laut „Rheinischer Post“ schließlich doch aufflog, wurden die beiden nach ihrer vierten Reise festgenommen. Nun wurde ihr Fall vor dem Amtsgericht Düsseldorf verhandelt.

Obdachlose erhielten Haftstrafe für Betrug

Beide wurden zu Haftstrafen verurteilt: Der 38-Jährige muss für 20 Monate ins Gefängnis. Seine 19-jährige Freundin wurde gemäß des Jugendrechts verurteilt, kam mit vier Wochen Dauerarrest davon.

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Das Pärchen buchte insgesamt zwölf Pauschalreisen online, unter anderem nach Mallorca, Teneriffa und in die Türkei. Meistens stornierte das Reiseunternehmen die Buchungen, weil auffiel, dass die beiden insolvent waren. Vier Mal jedoch gelang es ihnen, in die Sonne zu fliegen, ohne dafür aufkommen zu müssen.

Der Kostenpunkt für jede Reise lag dabei zwischen 1077 und 2674 Euro.

Obdachlosen wurde Betrug leicht gemacht

Dass die beiden damit tatsächlich in einem Drittel der Fälle zunächst unbehelligt davonkamen, versetzte sogar der Verteidiger des obdachlosen Mannes in Erstaunen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das funktioniert. Ich dachte, das fliegt sofort auf“, erklärte er laut „Express“.

Obwohl sie falsche Bankverbindungen angaben und ihre Konten nicht gedeckt waren, wurden die beiden weder während der Flüge noch in den Hotels auf die ausstehende Bezahlung angesprochen. Der Richter räumte ein, dass das Online-Reiseportal dem Paar den Betrug leicht gemacht hatte.

Weil der Obdachlose bereits etliche Vorstrafen wegen Betrugs verbüßt hatte, konnte er nicht auf eine Bewährungsstrafe hoffen. Er muss nun über ein Jahr im Gefängnis absitzen.

Verurteilter führte zuvor bürgerliches Leben

Der 38-Jährige führte den Angaben seines Anwalts zufolge ein bürgerliches Leben, bevor er auf der Straße landete. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung arbeitete er als Großhandelskaufmann. Doch dann ging die Firma pleite. Er verlor seinen Job.

„Danach ging es nur noch bergab“, erklärte sein Verteidiger. Schließlich landete er 2016 auf der Straße. Mit dem Reisebetrug konnte der Verurteilte seiner hoffnungslosen Situation zumindest für einige Wochen entgehen. (leve)

 
 

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