Niederländer wollen Gänse vergasen

Den Haag..  Gänse dürfen ab sofort in ganz Holland mit Kohlendioxid vernichtet werden. Das hat die niederländische Regierung entschieden. Bis zu 400 000 Grau-, Nil- und Kanadagänse sollen laut Medienberichten so getötet werden. Ihre Bestände waren zuletzt stark gestiegen und setzen der Landwirtschaft zu.

Bisher durften Gänse nur 20 Kilometer rund um den Flughafen Schiphol mit Gas bekämpft werden. Aus Gründen der Flugsicherheit ist hier seit bereits seit einigen Jahren Arie van Hertog im Einsatz. Im Auftrag der Regierung treibt van Hertog, der von Tierschützern als „Nazi“ beschimpft und bedroht wird, tausende Tiere pro Jahr in eine selbst gebaute Gaskammer. Aus ihr gibt es kein Entkommen.

Für das umstrittene Töten wurde jedes Jahr aufs Neue eine Sondergenehmigung in Brüssel angefragt – bisher galt ein europaweites Verbot, lebende Organismen mit CO2 zu bekämpfen. Jetzt hat Den Haag aber aus Brüssel grundsätzlich grünes Licht für das Töten der Tiere mit Kohlendioxid gegeben. Die in der Mauser flugunfähigen Gänse können deshalb ab sofort landesweit eingesammelt und vergast werden.

Tiere besser vergrämen

Tierschützer sind empört. Die niederländische Tierschutzpartei „Partij voor de Dieren“ fordert, dass auf Einsatz von CO2 verzichtet wird und stattdessen tierfreundliche Maßnahmen ergriffen werden, um der Gänse Herr zu werden. So könne man zum Beispiel das Weideland, auf dem sich die Tiere in der Mauser gerne niederlassen, so umgestalten, dass es für die Gänse uninteressant wird. Kritik kommt auch aus Deutschland: „Eine solche Methode ist nicht nur ethisch, sondern auch fachlich grundfalsch. So kann man Tierarten ausrotten, aber sie doch nicht regulieren“, sagt Holger Sticht, NRW-Vorsitzender des BUND.

In Nordrhein-Westfalen werden Graugans & Co. in mehreren Städten bejagt, weil Bestände gewachsen sind und z. B. Grünanlagen verkoten. Nicht zu verwechseln damit: die arktischen Wildgänse am Niederrhein. Sie stehen unter strengem Schutz und dürfen nicht gejagt werden. Für Schäden auf Feldern erhalten die Bauern Ausgleichszahlungen.

 
 

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