Wirt will jeden Gast aus der Bar werfen, der dieses Wort sagt

Der Schriftzug „Stop Kardashianism! Literally“ steht am Eingang zur Bar „Continental“.
Der Schriftzug „Stop Kardashianism! Literally“ steht am Eingang zur Bar „Continental“.
Foto: Johannes Schmitt-Tegge / dpa
  • Ein New Yorker Kneipen-Wirt hat genug von Leuten, die ständig das Wort „literally“, also „buchstäblich“ verwenden
  • Der Bar-Besitzer hat nun ein „literally“-Verbot verhängt
  • Jeder, der das Wort verwendet, muss seinen Laden verlassen

New York.  „Ich bin buchstäblich gestorben vor Lachen“ – ein gewöhnlicher Satz, oder? Ja, das ist eine Formulierung, die man nicht selten zu hören bekommt, aber sie ist falsch. Denn wenn der Redner „buchstäblich“ gestorben wäre vor Lachen, könnte er seine lustige Geschichte überhaupt nicht mehr erzählen.

Die häufige und dazu oft falsche Verwendung des Wortes „buchstäblich“ – beziehungsweise des englischen „literally“ – ging einem Kneipen-Wirt in den USA so sehr auf die Nerven, dass er das Wort nun aus seinem Laden verbannt hat.

Inflationär und nervig

„Es ist das am übermäßigsten gebrauchte, nervigste Wort in der englischen Sprache und wir werden es nicht dulden“, schreibt der Besitzer der Bar „Continental“ in New York in einem Aushang zu seinem Verbot.

Wer mit „I literally“ einen Satz beginne, habe fünf Minuten Zeit, um sein Bier zu leeren und die Bar im East Village in Manhattan schleunigst du verlassen.

Schleichender Bedeutungswandel

Ziemlich harsche Reaktion, denn schließlich wird „literally“ wie das deutsche „buchstäblich“ oft im übertragenen Sinne verwendet und soll so etwas wie „praktisch“ oder „nahezu“ bedeuten – exakt übersetzt müsste das aber „virtually“ heißen.

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Sogar englische Wörterbücher haben schon auf diesen schleichenden Sprachwandel reagiert und bieten neue Definitionen an: „literally“ bedeute zwar „buchstäblich“, werde aber auch „auf übertriebene Weise verwendet, um eine Aussage oder Beschreibung hervorzuheben, die nicht buchstäblich wahr oder möglich ist“, schreibt das Wörterbuch „Merriam-Webster“.

Das Wort könne Aussagen „betonen“ und „Überraschung“ ausdrücken, heißt es auch im Wörterbuch der britischen Cambridge-Universität.

Genervt von den Kardashians

Der New Yorker Kneipen-Besitzer ärgert sich aber wohl vor allem auch über eine Quelle der Verbreitung von „literally“: die Kardashians. „Stoppt Kardashianism, jetzt!“, heißt es auf seinem Verbotsschild.

Damit spielt der Wirt der „Continental“-Bar auf die inflationäre Verwendung des Begriffs von den Reality-TV-Stars an. Dem Portal „E!Online“ zufolge würden die Kardashians das Wort für „ernsthaft“ oder „völlig“ verwenden – und zwar andauernd. (dpa/alka)