Neonazis beim Chef anschwärzen: „Zentrum für politische Schönheit“ ruft zum Online-Pranger auf

Nach den gewaltsamen Protesten in Chemnitz hat das Zentrum für Politische Schönheit eine Art nternet-Pranger veröffentlicht. (Archivfoto)
Nach den gewaltsamen Protesten in Chemnitz hat das Zentrum für Politische Schönheit eine Art nternet-Pranger veröffentlicht. (Archivfoto)
Foto: Jan Woitas / dpa

Das „Zentrum für politische Schönheit“ ist nicht gerade für ihren geringen oder untertriebenen Aktionismus bekannt. Zum Beispiel hat das Zentrum im Jahr 2017 das Holocaust-Mahnmal vor dem Haus von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke nachgebaut.

„Zentrum für politische Schönheit“ ruft zum Internet-Pranger auf

Doch was die Künstler nun tun, könnte nicht nur datenschutzrechtliche Probleme mit sich bringen, sondern auch die Menschenrechte verletzen.

Und das hat jetzt schon Konsequenzen für das Zentrum.

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In Chemnitz kam es im August 2018 zu gewalttätigen Demonstrationen

In einer Art Internetpranger sucht das Zentrum für politische Schönheit mit Fotos nach Tatverdächtigen zu Krawallen und Vorfällen in Chemnitz. Dort war es im August 2018 zu gewalttätigen Protesten gekommen, nachdem ein Deutsch-Kubaner nach einem Streit durch Messerstiche getötet worden war.

Nachdem bekannt wurde, dass ein Migrant den Mann getötet haben soll, nutzten das zahlreiche rechte und rechtsextreme Gruppen, um gegen Ausländer zu demonstrieren. Außerdem soll es Hetzjagden gegen Flüchtlinge durch die Innenstadt gegeben haben.

Auf einer Webseite haben die Künstler Fotos von mutmaßlichen Neonazis veröffentlicht

Nun hat das „Zentrum für politische Schönheit“ nach eigenen Angaben drei Millionen Bilder zu 7000 Verdächtigen ausgewertet. Dadurch werde nun auf der Website „soko-chemnitz.de“ eine Datenbank zur Verfügung gestellt, die nach Angaben des Zentrums mit weit über 2000 Bildern von angeblich Beteiligten aus der rechtsextremen Szene bestückt sei.

Bürger sollen Arbeitsstelle der Menschen verraten und anprangern

Und damit nicht genug. Auf der Homepage fordern die Künstler die Nutzer dazu auf, die Arbeitsstellen der mutmaßlichen Rechtsextremen zu veröffentlichen. Das ZfPS lobt sogar eine Belohnung aus, wenn Informationen über diese Menschen preisgegeben werden.

Die sächsische Landesregierung hat das Kollektiv bereits abgemahnt. Die Website war am Montag aber nach wie vor online.

Polizei Chemnitz schließt Ladenlokal der Künstler

Doch die Polizei Chemnitz hat den Pop-Up-Store des „Zentrum für politische Schönheit“ geschlossen. Dort hatten die Künstler Plakate mit Fahndungsaufrufen ausgehängt. Der Vermieter reagierte prompt und ließ den Laden räumen.

Der vertraglich vereinbarte Nutzungszweck des Geschäfts sei verletzt worden, so heißt es von einem Sprecher der Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-GmbH Chmenitz.

Das Zentrum für politische Schönheit reagierte direkt mit einem Protest-Tweet bei Twitter. (fb)

 
 

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