„Neger gehören dafür an die Wand“ – Rassistische Facebook-Hetzerin zu Haftstrafe verurteilt

Eine Hass-Kommentatorin wurde vom Amtsgericht Suhl zu einer Haftstrafe verurteilt (Symbolfoto).
Eine Hass-Kommentatorin wurde vom Amtsgericht Suhl zu einer Haftstrafe verurteilt (Symbolfoto).
Foto: Volker Hartmann / dpa
  • Yvonne W. schrieb Hass-Kommentare auf Facebook
  • Nun ist sie vom Amtsgericht Suhl zu einer Haftstrafe verurteilt worden
  • Ins Gefängnis muss sie aber nicht

Suhl.  Nach ausländerfeindlichen Bemerkungen auf Facebook hat das Amtsgericht Suhl eine Freiheitsstrafe von einem Jahr verhängt. Die Strafe wegen Volksverhetzung gegen Yvonne W. sei für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden, berichtet das in Suhl erscheinende „Freie Wort“.

Zudem müsse die als Anmelderin der ersten sogenannten „Sügida“-Demonstrationen – der Südthüringer Ableger der Dresdener „Pegida“-Bewegung – eine Geldstrafe in Höhe von 1.200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Yvonne W. rief auf Facebook zur Gewalt auf

Das Gericht habe W. in allen Anklagepunkten für schuldig befunden, sagte ein Sprecher des Gerichts der Zeitung. Zum Schluss des Verfahrens habe sie auch nicht mehr geleugnet, in dem sozialen Netzwerk zum Hass aufgerufen zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, hieß es weiter.

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Die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (Linke) hatte den Angaben zufolge die strafbaren Äußerungen von W. öffentlich gemacht. W. soll beispielsweise unter ein Video auf der Facebook-Seite „Coburg – FREI statt bunt“ geschrieben haben: „Kann da nicht mal jemand eiskalt durchladen...ich begreife das nicht: In Schulen werden Massaker verübt usw.usf. warum findet sich denn kein Abtrünniger, der das an der richtigen Stelle macht“.

König-Preuss begrüßte das Urteil

Unter ein Video auf der Facebook-Seite der rechtsextremen Gruppierung Bündnis Zukunft Hildburghausen habe sie hinterlassen: „Neger gehören dafür an die wand“, zitiert die Zeitung die Originaleinträge.

Die Staatsanwaltschaft Meiningen hatte vor dem Hintergrund der Vorwürfe Anklage erhoben. Das Verfahren hatte sich wegen aufwendiger Ermittlungen seit 2015 hingezogen. Landtagsabgeordnete König-Preuss begrüßte das Urteil laut Zeitung.

Verurteilte organisierte „Sügida“-Demos

In vielen anderen Fällen seien Hassposter lediglich zu einer Geldstrafe verurteilt worden. „Wenn man sich einer Volksverhetzung schuldig macht und Hass verbreitet, darf es aber nicht nur eine Frage des Geldes sein, ob man es sich leisten kann, dass man das weitermacht oder nicht“, zitiert das „Freie Wort“ die Abgeordnete.

W. hatte nach Angaben der Zeitung vor etwa drei Jahren die ersten Kundgebungen des selbst ernannten Pegida Ablegers „Sügida“ angemeldet. Die Bewegung – wie auch ihr Nachfolger „Thügida“ – würden maßgeblich von Rechtsextremisten gesteuert, hieß es weiter. (epd)

 
 

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