Nationalpark Eifel schützt Sternenhimmel vor Lichtschmutz

Der Sternenhimmel über der Eifel - im Nationalpark ist die Lichtverschmutzung gering.
Der Sternenhimmel über der Eifel - im Nationalpark ist die Lichtverschmutzung gering.
Foto: dpa
Der Mensch macht die Nacht zum Tag. Der Sternenhimmel ist durch künstliches Licht immer mehr in Gefahr. Nicht mehr im Nationalpark Eifel - der Park hat am Montag die Anerkennung als Sternenpark erhalten. Das soll sogar dem Artenschutz zugute kommen.

Schleiden.. Im Nationalpark Eifel ist es so dunkel, dass man die Milchstraße am Nachthimmel sehen kann - und das soll auch so bleiben. Der Nationalpark hat am Montag die Anerkennung als Sternenpark erhalten. Er verpflichtet sich damit zum Schutz des Sternenhimmels vor zunehmender Lichtverschmutzung. Je dunkler der Himmel, desto prächtiger leuchten die Sterne. "Wenn der Himmel zu hell ist, gehen die schwach strahlenden Sterne unter", sagte der Astronom Harald Bardenhagen, der die Anerkennung mit vorantrieb.

"In Deutschland gibt es kaum noch Orte, die die Qualität eines fast natürlich dunklen Sternenhimmels haben. Der muss geschützt werden", sagte Andreas Hänel von der Internationalen Gesellschaft zum Schutz des Nachthimmels IDA, die den Titel verleiht. Wer ihn bekommt, muss dafür sorgen, dass der Einfluss von künstlichem Licht auf den Nachthimmel nicht zunimmt, bestenfalls sogar sinkt.

Der 111 Quadratkilometer große Nationalpark biete sich als Sternenpark an, weil er so gut wie keine Beleuchtung habe, sagte Hänel, Sprecher der Initiative für Deutschland. In den nächsten Jahren soll die jetzt ausgewiesene Kernzone durch einen Pufferring geschützt werden. "Das Licht wird durch die umliegenden Kommunen gemacht", sagte Hänel.

Dunklere Nächste positiv für Artenschutz

Die Lichtverschmutzung könne durch Abschirmung, Strahlwinkel oder Farbspektrum der Leuchtmittel reduziert werden. Das nutze auch dem Menschen: "Man kann Energie sparen und Menschen können besser schlafen, wenn es dunkel ist", sagte Hänel.

Dunklere Nächte seien auch gut für den Artenschutz, sagte Nationalparksprecher Michael Lammertz. Brut- und Zugvögel seien durch die helle Nächte irritiert, für zahllose Insekten seien Lampen eine tödliche Falle. Trotz der Appelle zum Energiesparen werde der Nachthimmel in Deutschland tendenziell immer heller.

Anerkennung als Sternen-Reservat in zwei Jahren erwartet

Die Gespräche mit den deutschen und belgischen Anlieger-Kommunen liefen. "Ich gehe davon aus, dass die Menschen in den Anliegerkommunen begeistert sind für die Idee", sagte Lammertz und rechnet mit einer Anerkennung als Sternen-Reservat in vielleicht schon zwei Jahren. Das bisher einzige deutsche Sternen-Reservat ist der Naturpark Westhavelland bei Berlin. (dpa)

 
 

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