Nach dem Sturm „Irene“ starten wieder Flüge von Frankfurt an die US-Ostküste

Im Bundesstaat New York kam es zu Überschwemmungen. Die gleichnamige Metropole verschonte Hurricane „Irene“ allerdings weitgehend. Foto: ap
Im Bundesstaat New York kam es zu Überschwemmungen. Die gleichnamige Metropole verschonte Hurricane „Irene“ allerdings weitgehend. Foto: ap
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New York. Der Tropensturm „Irene“ hat an der Ostküste der USA weitaus geringere Schäden verursacht als zunächst befürchtet. Allerdings waren in acht US-Staaten bis zum Montagmorgen mindestens 21 Todesopfer zu beklagen. Von Frankfurt starten wieder Flugzeuge an die US-Ostküste. bis Millionen Menschen wieder an die Stromversorgung angeschlossen sind.

Der Tropensturm „Irene“ am Wochenende deutlich an Kraft verloren und verschonte den Großraum New York weitgehend. Allerdings waren in acht US-Staaten bis zum Montagmorgen mindestens 21 Todesopfer zu beklagen. Die meisten wurden von umstürzenden Bäumen getötet. Fast fünf Millionen Haushalte und Geschäfte waren ohne Strom. Vielerorts gab es Berichte über schwere Überschwemmungen.

Es wird möglicherweise Tage dauern, bis Millionen Menschen wieder an die Stromversorgung angeschlossen sind. Für mehr als sieben Millionen Menschen sowie Geschäfte zwischen den US-Staaten South Carolina und Maine gingen am Wochenende die Lichter aus. Mit Nachdruck arbeiten Tausende Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen nun daran, die Energieversorgung wieder herzustellen. Doch das ist alles andere als ein leichtes Unterfangen, immerhin hat „Irene“ an großen Teilen der US-Ostküste Spuren der Zerstörung hinterlassen.

Noch ist man vielerorts mit der Schadensermittlung beschäftigt

So wurden Hochspannungsleitungen niedergerissen und wichtige Anlagen in der Nähe von Kraftwerken zerstört. Küstenstädte wurden überflutet und elektrische Anlagen unter Wasser gesetzt. Noch immer sind Experten damit beschäftigt, das Ausmaß der Schäden zu bewerten. Etwa die Hälfte der 1,2 Millionen Kunden von Connecticut Light & Power saßen am Sonntag im Dunkeln, sagt Mitarbeiterin Theresa Gilbert. Es ist der größte Stromausfall in der Geschichte des Staates Connecticuts.

Die Stromversorger sagen, sie versuchten, wichtige Dienstleister wieder als erste ans Netz anzuschließen. Allerdings haben viele gerade erst begonnen, sich des ganzen Ausmaßes der Schäden am Stromnetz gewahr zu werden. „Für die am schwersten beschädigten Gebiete wird es mindestens einige Tage dauern“, bis diese wieder ans Stromnetz angeschlossen sind, sagt der Sprecher von Progress Energy in North Carolina, Mike Hughes.

New York blieb weitgehend verschont

Nach dem Hurrikan „Gloria“ 1985 habe es zwei Wochen gedauert, die von der Stromversorgung abgeschnittenen 477.000 Kunden wieder anzuschließen, sagt Theresa Gilbert von Connecticut Light & Power.

In New York waren etwa 121.000 Haushalte von Stromausfällen durch „Irene“ betroffen. Der größte Energieversorger der Stadt, Consolidated Edison, teilte mit, dass für die meisten Kunden wohl bis Dienstagabend wieder die Lichter brennen würden.

Insbesondere New York war indes weitgehend von „Irene“ verschont geblieben. Nachdem der Hurrikane die Millionenmetropole nur noch als Tropensturm erreichte, hob Bürgermeister Michael Bloomberg eine Evakuierungsanordnung für 370.000 Bewohner der niedrig gelegenen Gebiete wieder auf.

Flughäfen wieder geöffnet

In den Stadtteilen Manhattan und Queens wurden einige Straßen überflutet. Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt wurde der gesamte öffentliche Nahverkehr eingestellt. Alle Flughäfen New Yorks blieben geschlossen, und über 9000 Flüge wurden gestrichen.

Am Montag sind wieder Flüge vom Frankfurter Flughafen mit Zielen an der US-Ostküste gestartet. Um 12 Uhr deutscher Zeit sollten die Flughäfen in New York, Boston und Philadelphia wieder für ankommende Flugzeuge geöffnet werden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens am Montag auf Anfrage. Erste Abflüge in Richtung Frankfurt sollten ab 18 Uhr deutscher Zeit starten. Am Sonntag waren zwölf Passagierflüge vom Flughafen in Frankfurt/Main in Richtung US-Ostküste gestrichen worden.

Alle Vorstellungen am Broadway wurden angesagt

Nachdem „Irene“ vorüber gezogen war, gaben die Behörden bekannt, dass das U-Bahnnetz der Millionenmetropole am Montag wieder den Betrieb aufnehmen werde. Die New Yorker Börse kündigte ebenfalls an, am Montag wieder den Handel eröffnen zu wollen.

Und auch am New Yorker Broadway sollten am Montag wieder die Lichter angehen. Zuvor waren für das Wochenende alle Vorstellungen abgesagt worden. Es war das erste Mal seit einem Stromausfall im Jahr 2003, dass der Betrieb an der berühmten Theater- und Musicalmeile ruhen musste.

„Nicht so schlimm wie befürchtet“

„Alles in allem stehen wir ziemlich gut da“, sagte Bürgermeister Bloomberg. Auch der Gouverneur des US-Staats New Jersey, Chris Christie, zeigte sich erleichtert: „Es war nicht so schlimm, wie wir gedacht hatten.“

Ungeachtet dessen rief US-Präsident Barack Obama die Bürger auf, die Gefahr nicht zu unterschätzen. „Es ist noch nicht vorbei“, erklärte er am Sonntag in Washington. Im US-Staat Massachusetts musste die Nationalgarde den Menschen bei der Evakuierung helfen. Wegen Überschwemmungen war die Ortschaft Wilmington in Vermont von der Außenwelt abgeschnitten. „Das ist das Schlimmste, das ich jemals in Vermont gesehen habe“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes, Mike O’Neil.

Überschwemmungen und Windschäden in Kanada erwartet

Der Direktor des kanadischen Hurrikan-Zentrums, Chris Fogarty, warnte vor möglichen Überschwemmungen und Windschäden im Osten des Landes. So sei etwa für Québec mit schweren Regenfällen zu rechnen, sagte er. Bereits am Sonntagnachmittag waren dort mindestens 180.000 Haushalte ohne Strom. Starke Winde und hohe Wellen wurden in den Provinzen Nova Scotia und New Brunswick erwartet.

Nach Schätzungen der Beratungsfirma Kinetic Analysis Corp. verursachte der Sturm bislang Schäden in Höhe von sieben Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro), davon zwei bis drei Milliarden Dollar versicherte Schäden. An den Stränden von Outer Banks, Jersey Shore und Cape Cod dürfte vor allem die Tourismusbranche Verluste verzeichnen. (ap)

 
 

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