Nach Aktion mit Holocaust-Mahnmal: Kunstaktivist muss sich von Höcke-Haus fernhalten

Björn Höcke bekommt Mahnmal vors Haus gesetzt

Reaktion auf die Rede vom "Denkmal der Schande": Aktivisten vom "Zentrum für politische Schönheit" haben Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke eine Mini-Kopie des Holocaust-Mahnmals vor die Nase gesetzt.

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  • Es gibt ein Urteil im Streit um das Mahnmal auf dem Nachbargrundstück von Björn Höcke
  • Philipp Ruch, der künstlerische Leiter des „Zentrums für politische Schönheit“, muss sich fortan von Höckes Haus fernhalten
  • So reagiert die Künstlergruppe

Bornhagen.  Im Streit um das Mahnmal neben dem Haus des Politikers Björn Höcke in dessen Thüringer Wohnort Bornhagen gibt es ein Gerichtsurteil: Kunstaktivisten-Chef Philipp Ruch darf sich dem Wohnhaus Höckes nur noch auf einen halben Kilometer nähern.

Ruch ist der künstlerische Leiter des für die Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals verantwortlichen „Zentrums für politische Schönheit“ (ZPS). Zunächst berichtete der MDR auf Twitter über das Urteil. Mittlerweile wurde es auf Anfrage durch das Amtsgericht Heiligenstadt bestätigt.

Mündliche Verhandlung beantragt

Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen hatte im November die Ermittlungen gegen das Künstlerkollektiv aufgenommen. Frühere Angaben der Gruppe, sie habe den Björn Höcke und seine Familie über Monate hinweg beobachtet, haben die Künstler mittlerweile dementiert.

In Reaktion auf das Urteil teilte Philipp Ruch mit, das ZPS hätte inzwischen eine mündliche Verhandlung bei dem Gericht in Heiligenstadt beantragt. Eine solche hatte es zuvor laut Gericht wegen Dringlichkeit nicht gegeben.

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Reaktionen der Künstlergruppe

Das ZPS reagierte außerdem auf Twitter auf das Urteil gegen ihren künstlerischen Leiter. „Die Richter in Thüringen waren auch schon besser: aufgrund des Gewaltschutzes im deutschen Familienrecht, also dass der schlagende Ehemann sich nicht seiner Ehefrau nähert, kommt unser künstlerischer Leiter gerade nicht in seine eigene Wohnung!“, heißt es in dem Tweet.

Außerdem könne Philipp Ruch mit dem Beschluss auch nicht mehr zu dem Kunstobjekt gelangen. Dieses liege wie auch seine Wohnung weniger als 500 Meter vom Haus Höckes entfernt. (dpa/alka)

 
 

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