Nabu: Usutu-Virus tötet dieses Jahr mehr Amseln als je zuvor

Eine Amsel mit einer Kirsche im Schnabel sitzt im Tiergarten in Nürnberg auf einem Baum.
Eine Amsel mit einer Kirsche im Schnabel sitzt im Tiergarten in Nürnberg auf einem Baum.
Foto: Daniel Karmann / dpa
Amselsterben durch das Usutu-Virus erreicht laut Experten weitere Regionen in Deutschland. Sie rufen die Bevölkerung zu Mithilfe auf.

Berlin.  Das Vogelsterben durch das tropische Usutu-Virus setzt sich laut Nabu auch in diesem Jahr fort und erfasst weitere Regionen in Deutschland. Besonders Amseln sind betroffen. „Wir haben in diesem Jahr bereits 1500 Meldungen von Usutu-Verdachtsfällen erhalten, knapp zwei Drittel davon alleine im August“, so Nabu-Vogelschutz-Experte Lars Lachmann.

Seit dem erstmaligen Auftreten dieses Vogelsterbens im Jahr 2011 breitet sich das besonders im Spätsommer von Stechmücken auf Vögel übertragene Usutu-Virus zunehmend über Deutschland aus.

Kam das Virus in den ersten Jahren lediglich in wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain vor, konnten Experten seit 2016 eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden und in Richtung Bayern beobachten. Sie haben zudem einen Ausbruch im Raum Leipzig und Berlin festgestellt.

Dieses Jahr schon 200 Vögel aus ganz Deutschland eingeschickt

In diesem Jahr sind offensichtlich vor allem die Regionen um Nürnberg sowie zwischen Bremen und Hamburg erstmals betroffen.„Wir haben seit Anfang August bereits 55 telefonische Meldungen von Usutu-Verdachtsfällen in Hamburg erhalten“, sagte Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim Nabu Hamburg.

Dabei dürfen die Tiere nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden, wie der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) am Donnerstag in einer gemeinsam Mitteilung erklärten.

Beim BNITM sind in diesem Jahr bereits über 200 verendete Vögel aus ganz Deutschland eingesandt worden. Davon konnten bisher 132 Tiere untersucht werden. Bei 33 Prozent der bereits untersuchten Vögel hat das BNITM das Usutu-Virus nachgewiesen, bestätigte der Virologe Renke Lühken von dem Forschungsinstitut.

Tote Vögel zur Untersuchung einschicken

Behandeln könne man die erkrankten Vögel leider nicht mehr, hieß es. Es gebe lediglich die Chance, die Ausbreitung einer neuen Vogelkrankheit in Deutschland zu dokumentieren und neuartige Gefährdungsarten für Vogelarten zu erkennen. Bei Menschen käme es bei einer Usutu-Infizierung laut Lühken nur selten zu einer schweren Erkrankung.

Nabu und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung, kranke oder verendete Tiere unter www.nabu.de/usutu-melden zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden. (epd/dpa/les)

 
 

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