Mysteriös: 84-Jähriger niest sich ein riesiges Luftloch ins Hirn

Erst die CT-Aufnahme vom Gehirn ließ erkennen, was dem Patienten wirklich fehlte.
Erst die CT-Aufnahme vom Gehirn ließ erkennen, was dem Patienten wirklich fehlte.
Foto: BMJ Case Reports 2018
Wegen Balanceproblemen hat ein Rentner seinen Hausarzt konsultiert. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch die Ursache ist verblüffend.

Berlin.  Es sind Beschwerden, wie sie schon mal vorkommen können, wenn man 84 Jahre alt ist. Immer mal wieder Gleichgewichtsstörungen – mit diesem Symptom hat ein Rentner in Nordirland seinen Hausarzt aufgesucht. Die Ursache für die Beschwerden war jedoch alles andere als alltäglich.

Wie Dr. Finlay Brown im Fachblatt „BMJ Case Reports“ schildert, habe der Allgemeinmediziner seinen Patienten sicherheitshalber an ein Krankenhaus überwiesen. Dort habe der Senior zwar eine Schwäche im linken Arm und Bein entwickelt, sei aber sonst weder verwirrt gewesen noch habe er über Sprachprobleme geklagt. Auch ein Bluttest sei unauffällig geblieben.

CT-Aufnahmen zeigen schwarzes Loch

Für sein Alter war der 84-Jährige demnach fit, lebte noch ohne Pflegestufe zu Hause mit seiner Frau und zwei Söhnen. Seine Krankenakte umfasste Grünen Star, eine lange zurückliegende Hirnhautentzündung und eine Entfernung von Nasenpolypen. Nun allerdings ist sie um eine Besonderheit reicher.

Denn was die Ärzte dann auf den CT-Aufnahmen entdeckten, sorgte doch für einige Verblüffung. Wo eigentlich ein Teil seines Gehirns sein sollte, klaffte ein schwarzes Loch. „Ich habe mich im ersten Moment gefragt, ob er vergessen hat, von einer früheren Gehirnoperation zu erzählen oder ob er mit einer Gehirn-Fehlbildung geboren wurde“, sagte Dr. Brown dem Portal „Life Sciences“.

Luftkammer drückte Gehirn zusammen

Doch der wahre Grund war ein anderer: Bei dem schwarzen Fleck handelte es sich um eine Luftkammer, die das Gehirn verdrängt und zusammengedrückt hatte. Entstanden war sie, weil der 84-Jährige unter einem gutartigen Knochentumor an den Nasennebenhöhlen litt.

Der Tumor sorgte dafür, dass der Knochen zwischen Nasennebenhöhlen und Gehirn mit der Zeit porös wurde. Durch hohen Druck, wie er etwa beim Niesen ausgeübt wird, gelangte so Luft ins Gehirn.

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Patient ist Operation zu riskant

Der Fachausdruck für das seltene Leiden lautet Pneumatozele, eine durch Verletzungen im Schädelinneren auftretende Luftansammlung. Diese verursacht nicht bei allen Menschen Beschwerden, kann aber etwa zu Kopfschmerzen, Unruhe oder geistigen Problemen führen.

Die Ärzte boten dem 84-Jährigen eine Operation an, um Luftkammer und Tumor zu entfernen. Wegen der Risiken entschied er sich jedoch dagegen. Dem Bericht zufolge ging es dem Mann zwölf Wochen nach seinem Klinikaufenthalt wieder gut. Auch die Schwäche in der linken Körperhälfte ist verschwunden. (cho)

 
 

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