Mutmaßlicher Reichsbürger zahlt nicht den vollen Preis im Supermarkt – nun droht ihm eine Haftstrafe

Darum sind die Reichsbürger gefährlich

Die so genannte Reichsbürger-Bewegung umfasst mehrere Strömungen: von Verschwörungstheoretikern bis zu gewaltbereiten Rechtsextremen. Ihnen allen gemein ist jedoch die Ablehnung der Bundesrepublik Deutschland als souveränem Staat.

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  • Die Mehrwertsteuer wollte ein 27-Jähriger im Geschäft nicht zahlen
  • Nun musste er sich vor Gericht verantworten
  • Ihm droht eine Haftstrafe

Dresden.  Ein junger Mann kaufte für knapp 23 Euro bei einem Netto-Supermarkt in Dresden ein. Doch der Kassiererin zahlte er nur 21,01 Euro – etwa zwei Euro weniger als verlangt. Wieso? Er wollte die Mehrwertsteuer nicht zahlen. Dem 27-jährigen Julian R. droht nun eine Freiheitsstrafe von 60 Tagen.

Am Montag musste sich der Mann vor dem Dresdner Amtsgericht wegen Diebstahls verantworten, wie unter anderem die „Sächsische Zeitung“ berichtet. Bereits zweimal hatte er im Juli 2017 beim Einkaufen nicht den vollen Kaufpreis bezahlt, sondern die Mehrwertsteuer weggelassen. Dabei differenzierte er sehr genau zwischen Produkten mit sieben und 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Mann soll zu den Reichsbürgern gehören

Zu dem Gerichtstermin erschien Julian R. nicht. In Abwesenheit wurde er zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Zahlt er die Strafe nicht, muss er Ersatzweise für 60 Tage in Haft.

Der Mann wird der Bewegung der sogenannten Reichsbürger zugeordnet. Diese lehnen die Bundesrepublik und ihre Gesetze ab. Sie halten die BRD für eine Firma und akzeptieren auch Staatsbedienstete nicht.

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Der 27-Jährige selbst bestreitet den Reichbürgern anzugehören. Allerdings ist er der „Sächsischen Zeitung“ zufolge bereits wegen mehrerer typischer Reichsbürger-Delikte vorbestraft. Dazu gehören Urkundenfälschung, Betrug, Sachbeschädigung, Fahren ohne Führerschein und ohne Versicherungsschutz sowie Beleidigung.

 
 

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