Mutmaßlicher Kinderschänder will gestehen

Der mutmaßliche Kinderschänder aus Rastatt will offenbar ein Geständnis ablegen. Der 61-Jährige soll drei Kinder sexuell missbraucht haben, unter anderem seine neunjährige Stieftochter. Seine Tarnung: eine Kindermodel-Agentur.

Baden-Baden.. Vor dem Landgericht Baden-Baden hat am Dienstag ein weiterer Prozess gegen einen mutmaßlichen Kinderschänder begonnen. Das Verfahren gegen den Angeklagten Hans-Peter R. aus Rastatt, der innerhalb eines Rings von vermeintlichen Kindermodel-Fotografen als Haupttäter gilt, sollte ursprünglich schon vor zwei Wochen beginnen. Es war aber nach einem Selbstmordversuch des Mannes verschoben worden. Dem Angeklagten, der am Montag 61 Jahre alt wurde, wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Nach Angaben seines Anwalts wird er ein Geständnis ablegen.

Der freie Fotograf soll seit Anfang 2008 seine damals neunjährige Stieftochter mehr als 200 Mal sexuell missbraucht haben. Bilder der Taten soll er auf Internetseiten vermeintlicher Modelagenturen veröffentlicht haben. Daraufhin meldeten sich laut Anklage auch andere „Fotografen“, um das Mädchen fotografieren und missbrauchen zu können. Für den Missbrauch seiner Stieftochter habe der zuletzt arbeitslose Angeklagte jeweils bis zu 300 Euro verlangt. Dem 61-Jährigen wird zudem sexueller Missbrauch von zwei weiteren Mädchen vorgeworfen.

Komplize muss mehr als vier Jahre in Haft

Vor der Aussage des Mannes wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der Pflichtverteidiger des Angeklagten, Hans-Werner Dünnweber, sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass sein Mandant ein Geständnis ablegen und „die Taten im Wesentlichen gestehen“ werde. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Der Prozess gegen einen 38-jährigen Komplizen ist bereits in der vergangenen Woche zu Ende gegangen. Der einstige Beamte der Arbeitsagentur in Erfurt wurde am Donnerstag vom Landgericht Baden-Baden wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung von Kinderpornografie zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. In seinem Geständnis hatte der 38-jährige Ingo B. eingeräumt, im September 2009 zunächst Aufnahmen gemacht zu haben, als der 61-Jährige in Rastatt seine Stieftochter missbrauchte. Dann habe er sich selbst an dem Mädchen vergangen. (dapd)

 
 

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