Mutmaßlicher Kinderschänder stellt sich nach TV-Fahndung

Die Öffentlichkeitsfahndung, gestartet mit der Ausstrahlung einer Folge der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY", führte dazu, dass sich ein mutmaßlicher Kinderschänder der Polizei gestellt hat.
Die Öffentlichkeitsfahndung, gestartet mit der Ausstrahlung einer Folge der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY", führte dazu, dass sich ein mutmaßlicher Kinderschänder der Polizei gestellt hat.
Foto: Thomas K. Schumann
Mit der Ausstrahlung der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" am Mittwoch begann die öffentliche Suche nach einem mutmaßlichen Kinderschänder. Zahlreiche Hinweise gingen bei den Ermittlern ein. Keine 24 Stunden nach der TV-Show stellte sich der vermeintliche Täter in Berlin der Polizei.

Wiesbaden. Nur einen Tag nach Beginn einer öffentlichen Fahndung ist ein mutmaßlicher Kinderschänder festgenommen worden. Der 34-jährige Mann habe sich am Donnerstag der Polizei in Berlin gestellt, teilten das Bundeskriminalamt und die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Die Ermittler waren dem Tatverdächtigen nach einem Bericht in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" auf die Spur gekommen.

Der 34-jährige Berliner wird laut Generalstaatsanwaltschaft beschuldigt, von 2005 bis September 2008 den damals elf bis 13 Jahre alten Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin sexuell missbraucht zu haben. Den Missbrauch soll er demnach gefilmt und die Videodateien im Jahr 2011 in zwei spezielle Netzwerke im Internet eingestellt haben.

Identifiziert nach Hinweisen aus der Bevölkerung

Das BKA hatte am Mittwochabend mit dem Bericht in der Sendung "Aktenzeichen XY" eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann gestartet. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung konnte der Mann identifiziert werden. Die Sendung mit Rudi Cerne war mit 5,85 Millionen Zuschauern am Mittwoch die besteingeschaltete Sendung in der Zeit von 19 bis 23 Uhr.

Der Tatverdächtige stellte sich am Donnerstagmittag der Polizei in Berlin. Das Amtsgericht Gießen hat auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main bereits einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen, der zeitnah durch das Amtsgericht Berlin verkündet wird.

Noch am Mittag hieß es, der Tatverdächtige befinde sich auf der Flucht. Sein Aufenthaltsort wurde im Großraum Berlin, Potsdam, Dessau oder Siegen vermutet. Die Ermittler hatten dringend davon abgeraten, den Mann anzusprechen.