München: Frauen baden „oben ohne“ und lösen Eklat aus – jetzt trifft die Stadt eine Entscheidung

Die Frauen badeten „oben ohne“ an der Isar in München und kassierten dafür mächtig Ärger.
Die Frauen badeten „oben ohne“ an der Isar in München und kassierten dafür mächtig Ärger.
Foto: imago images / Alexander Pohl

München. In der heutigen Zeit eigentlich kaum vorstellbar, aber wohl genauso in München geschehen: Frauen liegen oben ohne an der Isar, genießen die Sonne, bräunen sich. Doch dann kommt es zum Eklat: Dem Sonnenbad setzen fünf Männer in „Sicherheitsdienst“-T-Shirt ein Ende.

Ein Augenzeuge berichtet gegenüber „Abendzeitung“ aus München, dass die Männer „rüpelhaft“ aufgetreten seien. Am Mittwoch hat sich die Stadt München zu den Vorfällen geäußert.

Oben ohne an der Isar: Stadtrat erlaubt es – es soll gleiches Recht für alle gelten

Und hat eine Entscheidung gefällt: An der Isar in München dürfen sich Frauen oben ohne sonnen. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Ein Dringlichkeitsantrag der CSU-Fraktion zur Änderung der städtischen Badebekleidungsverordnung für den Bereich der Isar wurde ohne Gegenstimme angenommen. Die Verordnung schreibt vor, dass außerhalb ausgewiesener FKK-Flächen Badebekleidung getragen werden muss.

Er ließ aber bislang offen, was Badebekleidung bedeutet. Dies soll sich künftig ändern, indem die Verordnung konkret beschreibt, dass „die primären Geschlechtsteile bedeckt“ sein müssen. Will heißen: Eine Badehose reicht. Weder Männer noch Frauen müssen demnach Oberteile tragen.

„Im Sinne des "Leben und leben lassen“ und einer Klarheit im Vollzug der Verordnung soll diese entsprechend geändert werden“, hieß es in dem Dringlichkeitsantrag der CSU.

Was war geschehen?

München: Security-Mitarbeiter verbieten „oben ohne“ an der Isar

Die muskulösen Sicherheitsdienstmitarbeiter hätten am Freitag die Frauen in München angesprochen, berichtet ein Zeuge, der direkt ein Bild mitliefert. Sie weisen die Frauen darauf hin, dass sie gegen die Kleiderverordnung verstoßen hätten. Daher sollten sie ihre Oberteile bitte sofort wieder anziehen.

Nur geschah die Anweisung wohl in solch einem ruppigen Ton, dass sich Passanten und weitere Sonnenanbeter einschalteten.

„Eine laute Diskussion entstand. Unfassbar. Den Frauen wurde Angst eingejagt, deshalb haben sich viele auf die Seite der Frauen gestellt“, erzählt der Augenzeuge der Zeitung. Und weiter: „Das gleicht ja einer Sittenpolizei.“ Er stellt in Frage, ob das Handeln der vermeintlichen Securitys rechtens ist.

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Anwesende glauben den Sicherheitsmännern nicht

Die Anwesenden lassen sich die Ausweise der Sicherheitsmänner zeigen. So richtig glauben können sie weiterhin nicht, dass ihr Handeln rechtens und von der Stadt gewollt ist. „Glaubwürdig traten die Männer nämlich nicht auf, eher aufdringlich", schildert der Augenzeuge der „AZ“.

Die Stadt München hat die kommunale Badekleidungsverordnung im Internet veröffentlicht. Dort steht, wo an der Isar nackt gebadet werden darf. Der Bereich, in dem die Frauen lagen, gehört nicht dazu.

Securitys hatten kein Recht dazu

Auf Nachfrage der AZ betonte eine Stadtsprecherin, dass die Durchsetzung der Badebekleidungsverordnung nicht „in der Zuständigkeit der Ordnungsbehörden und der Polizei“ liege. Die Security-Männer waren davon ausgegangen, dass die Überwachung zu ihrer Aufgabe gehört.

Das Baureferat hat die Securitys nun nochmal auf ihre Aufgaben hingewiesen - das Zurechtweisen von Frauen, die oben ohne außerhalb der FKK-Zonen baden, gehört nicht dazu. (mb)

 
 

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