Minikameras und Lichtfeldtechnik – die Trends der Photokina 2014

Über 1000 Aussteller zeigen auf der Photokina in Köln die aktuellen Trends der Branche: von klassischer Fotografie bis Lichtfeldtechnik.
Über 1000 Aussteller zeigen auf der Photokina in Köln die aktuellen Trends der Branche: von klassischer Fotografie bis Lichtfeldtechnik.
Foto: dpa
Bei der Messe Photokina (16. bis 21. September) in Köln stehen ab diesem Dienstag klassische Kameras, aber auch neuartige Geräte wie die sogenannten Wearables im Fokus. Diese Mini-Computer mit Kamera können – als Broschen, Kettenanhänger oder als Armband – rund um die Uhr Bilder aufnehmen.

Köln. Als am 19. August 1839 in der Pariser Akademie der Wissenschaften eine Apparatur vorgestellt wurde, die das Kunststück fertig brachte, Menschen oder Landschaften auf einer speziellen Bildplatte für die Nachwelt zu verewigen, war noch nicht abzusehen, dass Fotografieren 175 Jahre später ein Massenphänomen sein würde. Denn heutzutage gibt es fast nichts, das nicht geknipst wird. Bei der Messe Photokina in Köln zeigen über 1000 Aussteller ab Dienstag die neuen Trends der Branche: von der Minikamera bis hin zur Lichtfeldfotografie.

In diesem Jahr werden nach Schätzungen des Photoindustrieverbandes (PIV) in Deutschland 5,26 Millionen Kameras gekauft – 13 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Vor allem günstige Kompaktkameras sinken weiterhin in der Käufergunst, weil das Smartphone ihnen längst den Rang abgelaufen hat. Für den Schnappschuss braucht der Fotograf nämlich keinen Extra-Apparat mehr, viele Handykameras sind in punkto Qualität und Ausstattung den preiswerten Kompakten mindestens ebenbürtig. Und noch etwas spricht für das Smartphone: Fotos können ruck-zuck an Freunde verschickt oder in soziale Netzwerke eingestellt werden. Das Foto ist längst nicht mehr bloß Dokument, sondern ein wichtiges Kommunikationsmittel (Stichwort: Selfie), über das sich der Nutzer definiert: Seht her, ich war auch dort.

Systemkameras

Wenn einer eine Reise tut, dann verlässt er sich aber zumeist nicht auf die Kamera seines Smartphones. Qualitativ gute Fotos und Filme sollen die schönste Zeit des Jahres einfangen. Und so ist laut Photoindustrieverband die Nachfrage nach hochwertigen Modellen groß. Die klassische Spiegelreflexkamera mit den Marktführern Canon und Nikon bekommt aber zunehmend Konkurrenz.

Spiegellose Systemkameras (DSLM) mit erstklassigen Wechselobjektiven etwa von Sony oder Samsung setzen die Platzhirsche unter Druck. Der Vorteil der spiegelfreien Geräte: Sie sind kompakter und auch handlicher als Spiegelreflexkameras. Gleichwohl dürften sich ambitionierte Fotografen für einige neue Nobelmodelle mit Spiegel interessieren: So stellt Nikon seine neue D750 vor – mit Vollformatsensor, 24 Megapixeln, Klappdisplay – zu einem Preis von 2150 Euro.

Wearables

Ein weiterer Trend: Immer und überall zu filmen und zu fotografieren – und zwar ohne unbedingt auf den Auslöser drücken zu müssen. Die so genannten Wearables, tragbare Mini-Computer mit Kamera, machen es möglich. Die Hightech-Geräte stecken im Kettenanhänger, in der Brosche, in der Smartwatch oder auch an der Brille und fotografieren und filmen alles, was ihnen vor die Linse kommt. Das Bildmaterial kann dann zudem in Echtzeit an Smartphones oder Laptops gesendet werden. „Das Interesse an den Wearables ist riesengroß, der Markt wird explodieren“, sagt PIV-Sprecherin Constanze Clauß. Ein Aspekt ist jedoch noch ungeklärt: der Datenschutz.

Actioncams

Als vor 175 Jahren die ersten Fotos geschossen wurden, hieß es noch für den Porträtierten: Bitte nicht bewegen! Wie langweilig, denn längst gibt es Kameras für alle Freizeitaktivitäten von Bergsteigen, Mountainbiken bis Tauchen. Hitze, Staub, Nässe kann den robusten Kameras kaum etwas anhaben. Zahlreiche neue Geräte versprechen zudem eine verbesserte Bildqualität, einige Modelle liefern auch Filme in 4K.

Lichtfeldtechnologie

Schön ist es geworden, das Familienfoto vom 75. Geburtstag von Onkel Theo, nur der Jubilar am Ende der Tafel ist leider unscharf. Dieser fototechnische Lapsus gehört der Vergangenheit an, sofern man eine Lichtfeldkamera sein Eigen nennt. Dank eines speziellen Objektivs kann ein Motiv in unterschiedlichen Schärfeebenen räumlich aufgenommen und gespeichert werden. Der Vorteil: Nachträglich können nicht nur Perspektive und Beleuchtung verändert werden, sondern auch die Schärfe von Bilddetails. Kurzum: niemals mehr unscharfe Aufnahmen.

Vor zwei Jahren brachte die amerikanische Firma Lytro die erste Volks-Lichtfeldkamera auf den Markt: ein kleiner Kasten mit spartanischer Ausstattung für knapp 250 Euro. Das Nachfolgemodell (Lytro Illum), das auch auf der Photokina präsentiert wird und wie eine richtige Kamera aussieht, ist technisch ausgereifter, hat aber auch seinen Preis: 1599 Euro. Weitere Hersteller experimentieren in der Lichtfeldtechnik mit Kameras mit Wechselobjektiven.

 
 

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