Doppelter Selbstmordanschlag in Bagdad kostete mindestens 19 Menschen das Leben

Zwei Bomben detonierten im Zentrum von Bagdad.
Zwei Bomben detonierten im Zentrum von Bagdad.
Foto: ALI MASHHADANI / REUTERS
Bagdad ist weit weg vom Kriegsgeschehen in Mossul. Doch sicher ist sie nicht. Bei Anschlägen im Stadtzentrum gab es erneut viele Tote.

Bagdad.  Bei einem Doppelanschlag im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind nach Angaben aus dem Innenministerium mindestens 24 Zivilisten getötet und 39 verletzt worden. Zwei Selbstmordattentäter hätten sich in einem beliebten Einkaufsviertel mitten in der Stadt nacheinander in die Luft gesprengt, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. Jeden Tag kommen Tausende Menschen in das Marktviertel am Rande des Flusses Tigris.

Die Attentäter hätten Sprengstoffwesten getragen und sich in dem Teil des Marktes in die Luft gesprengt, in dem Autozubehör und elektrische Geräte verkauft werden, hieß es weiter. Durch die Explosionen seien mehrere Läden in Brand geraten.

IS sieht Schiiten als Abtrünnige

Die Terrormiliz IS veröffentlichte in einer Meldung im Internet die beiden Namen der Attentäter und sprach davon, dass zwei „Ritter“ in einem Selbstmordeinsatz ein überwiegend von Schiiten belebtes Viertel angegriffen hätten. Die sunnitische Terrormiliz sieht die Schiiten als vom islamischen Glauben Abtrünnige an. Der IS hatte in der Vergangenheit bereits zahlreiche Anschläge im ganzen Land verübt. Zumeist richten sie sich gegen Sicherheitskräfte oder mehrheitlich von Schiiten bewohnte Stadtviertel.

Viele Tote bei Bombenanschlägen in Bagdad

Bei Bombenanschlägen auf einen Markt im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Samstag nach Behördenangaben mehr als 20 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Ärzten und der Polizei soll es auch zahlreiche Verletzte gegeben haben. Einige von ihnen sollen sich in einem kritischen Zustand befinden. Wie aus dem Innenministerium verlautete, wurden zwei Sprengsätze gezündet, einer davon von einem Selbstmordattentäter. Zum Zeitpunkt der Anschläge sollen auf dem Markt viele Menschen gewesen sein. Die Sprengsätze sollen in der Nähe eines Geschäfts für Autoersatzteile explodiert seien. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. In der Vergangenheit hatte die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) immer wieder Zivilisten in Bagdad attackiert. Derzeit steht der IS unter Druck, weil die irakische Armee und ihre Verbündeten seit Mitte Oktober eine Großoffensive zur Rückeroberung der IS-Hochburg Mossul führen.
Viele Tote bei Bombenanschlägen in Bagdad

Die Explosionen ereigneten sich, kurz nachdem die irakische Armee die nächste Phase der Rückeroberung der IS-Hochburg Mossul begonnen hatte. Die Streitkräfte versuchen derzeit, den IS aus der Millionenstadt im Norden zu vertreiben.

Offenbar weiterer Anschlag verhindert

Aufgrund der Feierlichkeiten zum neuen Jahr sind die Sicherheitsvorkehrungen in der irakischen Hauptstadt besonders hoch. Bewaffnete Sicherheitskräfte überwachen die größten Straßen, Hotels, Marktplätze und Einkaufszentren.

In einem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil im Norden Bagdads verhinderten die Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben am Samstag einen weiteren Anschlag. „Aufgrund von Geheimdienstinformationen konnten irakische Kräfte ein mit einer Bombe ausgestattetes Auto ausfindig machen“, hieß es in einer Mitteilung der Sicherheitskräfte. Das Fahrzeug sollte den Angaben zufolge im Stadtteil Kadhimia explodieren. Den Sicherheitskräften sei es gelungen, das Auto vorzeitig in die Luft zu sprengen. Dabei seien die beiden mutmaßlichen Attentäter getötet worden.

IS in Mossul umzingelt

Der Irak erlebte im vergangenen Jahr zahlreiche blutige Anschläge, bei denen Hunderte Menschen getötet wurden. Die Sicherheitslage ist extrem fragil. Die Terrormiliz Islamischer Staat wurde auch mit Hilfe schiitischer Milizen und US-Luftunterstützung von den Streitkräften aus vielen Städten vertrieben und ist in ihrer letzten verbliebenen Bastion Mossul umzingelt. Allerdings führen die Dschihadisten immer wieder schwere Selbstmordanschläge durch. (dpa)

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