Medikamenten-Rückruf – Vorsicht, diese Tabletten könnten krebserregend sein!

In Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Rantidin wurde eine Verunreinigung festgestellt. Deswegen erfolgte nun ein Rückruf durch die Europäische Union. (Symbolbild)
In Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Rantidin wurde eine Verunreinigung festgestellt. Deswegen erfolgte nun ein Rückruf durch die Europäische Union. (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Achtung! Die Europäische Union hat einen Rückruf von Medikamenten mit dem Wirkstoff Ranitidin herausgegeben. Der reduziert die Produktion von Magensäure und wird bei Sodbrennen, Refluxerkrankungen und zur Prophylaxe von Magengeschwüren eingesetzt.

Rückruf von Ranitidin-Medikamenten

Betroffen von dem Rückruf sind Arzneimitteln, die von dem Wirkstoffhersteller Saraca Laboratories Limited hergestelltes Ranitidin enthalten. Es gebe jedoch Indizien, so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, dass auch weitere Wirkstoffhersteller betroffen sein könnten.

Bei Verbrauchern sorgt der Rückruf für große Verunsicherung. Denn Medikamente mit dem Wirkstoff werden von Ärzten nicht selten verordnet: Laut Wissenschaftlichem Institut der AOK im vergangenen Jahr immerhin 748.000 Mal. Es gibt sowohl rezeptfreie als auch verschreibungspflichtige Medikamente.

Wahrscheinlich krebserregender Stoff als Verunreinigung

Bei der Verunreinigung beim Wirkstoff handelt es sich um Nitrosamins N-Nitrosodimethylamin (NDMA), es gehört zu den sogenannten Nitrosaminen. Der Stoff wird von der Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Union als „wahrscheinlich krebserregend“ beim Menschen eingestuft.

Bei einer Untersuchung von Ranitidin sind geringe Mengen, beziehungsweise Spuren des genannten Nitrosamins festgestellt worden. Bei Aufnahme von sehr geringen Mengen Nitrosamin sei prinzipiell von keiner Gefahr für die Gesundheit auszugehen, allerdings sei bisher noch nicht für alle ranitidinhaltigen Arzneimittel bekannt, ob und in welchen Konzentrationen eine Nitrosamin-Verunreinigung vorliegt.

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Daher erfolgt der Rückruf, so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, „aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes“. Die Behörde betont dabei aber, dass aktuell kein akutes Patientenrisiko besteht.

Diese Ranitidin-haltigen Arzneimittel sind vom Rückruf betroffen:

  • Ranibeta 300, 50 und 100 Filmtabletten
  • Ranitic® 75 mg akut bei Sodbrennen, 14 Filmtabletten, Ranitic® 150 mg und 300 mg, 20, 50 und 100 Filmtabletten
  • Ranitidin 75 - 1 A Pharma, 10 und 14 Filmtabletten, Ranitidin 150 und 300 - 1 A Pharma, 20, 50 und 100 Filmtabletten
  • Ranitidin AbZ 150 mg und 300 mg, 50 und 100 Filmtabletten
  • Ranitidin-ratiopharm® 150 mg und 300 mg, 20, 50 und 100 Filmtabletten, Ranitidin-ratiopharm® 50 mg/5 ml, 5x5 ml Injektionslösung
  • Ranidura® T 150 mg und 300 mg, 20, 50 und 100 Filmtabletten

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Patienten, die eines oder mehrere dieser Mittel nehmen, sollten die Medikamente nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt eigenständig absetzen. Da laut Behörden kein akutes Patientenrisiko bestehe, sei das Risiko des Absetzens deutlich höher als das der Verunreinigungen.

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Für weitere Fragen zu den Präparaten und der Behandlung sollten sich Patienten an Ärzte und Apotheker wenden. Sie können auch alternative Arzneimittel empfehlen, die ohne den Wirkstoff Ranitidin gegen Sodbrennen, Refluxerkrankungen und zur Prophxlaxe von Magengeschwüren eingesetzt werden können. (dav)

 
 

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