Massenpanik bei Konzert: Mehrere Jugendliche sterben in Disko

Mindestens sechs Menschen starben bei der Massenpanik im Club „Lanterna Azzurra“. Innenminister Salvini kündigte eine Schweigeminute bei einer geplanten Kundgebung an. (Symbolfoto)
Mindestens sechs Menschen starben bei der Massenpanik im Club „Lanterna Azzurra“. Innenminister Salvini kündigte eine Schweigeminute bei einer geplanten Kundgebung an. (Symbolfoto)
Foto: imago/Müller-Stauffenberg
  • Am Samstagmorgen kam es in der italienischen Gemeinde Corinaldo zu einer Massenpanik
  • Mindestens sechs Menschen starben, viele wurden verletzt
  • Die Ermittlungen wurden aufgenommen

Corinaldo. In der Gemeinde Corinaldo in der Nähe der italienischen Hafenstadt Ancona sind am frühen Samstagmorgen bei einer Massenpanik mehrere Minderjährige, sowie eine erwachsene Frau ums Leben gekommen.

Unter den Toten befinden sich zwei Jungen und drei Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren und eine 39 Jahre alte Mutter, die ihre Tochter zu dem Konzert begleitet hatte.

Panik, noch bevor das Konzert begann

Die Massenpanik geschah in einem Club, in welchem der Rapper Sfera Ebbasta ein Konzert geben sollte.

Noch bevor der Musiker seinen Auftritt beginnen konnte, gerieten die rund 1000 Besucher in Panik, als Reizgas in die Luft geriet.

Ein Notausgang war versperrt

Die ersten Vorwürfe in Richtung des Veranstalters erklingen, da möglicherweise ein Notausgang versperrt war.Die Zeitung „Corriere della Sera“ zitiert einen verletzten 16-Jährigen:„Wir sind zu einem der Notausgänge gelaufen, aber er war versperrt. Die Türsteher sagten uns, wir sollten wieder reingehen.“

Erinnerung an die Massenpanik im letzten Jahr in Turin

Insgesamt soll es zwischen 50 und 120 Verletzte geben. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtet davon, dass einige in Lebensgefahr schweben.

Der Vorfall erinnert an die Panik in Turin, als beim Public-Viewing des Champions-League-Finales im Juni 2017 Reizgas in die Menge gesprüht wurde. Damals wurde eine Diebesbande verantwortlich gemacht, die die Besucher ausrauben wollte.

Innenminister Salvini äußerte sich bestürzt zu dem Vorfall

Bei dem Vorfall im Juni gab es 15000 Verletzte und eine Tote.

Auch Italiens Innenminister Matteo Salvini äußerte sich bereits bestürzt zu dem tragischen Vorfall.

Es ist eine Pflicht die Verantwortlichen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen

„Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben.“ Weiterhin kündigte er eine Schweigeminute während einer geplanten Kundgebung seiner Partei in Rom an.

Es sei eine Pflicht „die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Party-Abend in eine Tragödie verwandelt haben.“

Auch der Künstler meldete sich nach dem tragischen Vorfall.

Es sei schwierig, Worte für den Schmerz zu finden. Auf Instagram forderte er seine Fans auf, darüber nachzudenken, wie gefährlich und dumm es ist, Pfefferspray in einer Diskothek zu benutzen.(db)

 
 

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