Markus Lanz im ZDF: Martin Schulz gibt zu – „Das war vielleicht mein größter Fehler“

Am Dienstag war Martin Schulz zu Gast bei Markus Lanz.
Am Dienstag war Martin Schulz zu Gast bei Markus Lanz.
Foto: ZDF

Der Schulz-Zug fährt schon lange nicht mehr. Der Hype um Martin Schulz (SPD) ging schon im Sommer 2017 während des Wahlkampfes zurück. Die Bundestagswahl hat er dann mit 20,5 Prozent verloren. Ein Jahr später spricht Martin Schulz im ZDF bei Markus Lanz über seinen wohl größten Fehler.

„Hat er seinen Humor wiedergefunden, von dem lange Zeit nichts zu spüren war?“, fragt Markus Lanz gleich zu Beginn der Sendung, als er den SPD-Politiker als seinen Talk-Gast vorstellt. Das wollte der Moderator in der Sendung am Dienstag herausfinden.

ZDF: Markus Lanz fragt Martin Schulz aus

Die erste Frage lautet deshalb: „Geht es Ihnen besser oder schlechter als damals?“, will Lanz wissen. „Es ist ruhiger geworden“, antwortet der 62-Jährige zunächst bedächtig. „Politik ist brutal, weil man auf dem Präsentierteller ist, man kann sich nicht verstecken. Man ist exponiert“, erinnert er sich zurück.

Doch Lanz meint, der ehemalige Präsident des Europaparlaments wollte es so, strebte nach Macht. Doch diesen Vorwurf streitet Schulz vehement ab. Markus Lanz pocht mehrmals darauf. Und Schulz' Antwort ist immer wieder: Er habe die Kanzlerkandidatur aus Pflichtbewusstsein übernommen.

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Dann erinnert er an den 22. Januar 2017 in Montabaur. Als er sich entschloss, das Amt zu übernehmen - anstelle von Sigmar Gabriel. Da war die SPD schon in einer tiefen Krise, die Umfragewerte lagen bei 19 Prozent. Es sei ja nicht so gewesen, dass die Schlange für das Kanzleramt lang gewesen wäre. Das Amt hätte ihn aber auch gereizt, gibt er zu.

Der Schulz-Zug sei übertrieben gewesen

Den Schulz-Zug hielt er aber für „übertrieben“. „Es ist nicht normal, wenn die Meinungsumfragen um 10 Prozent nach oben gehen“, meint er. Er habe dem von Anfang an misstraut. Dachte sich schon, dass nach dem Höhenflug auch der Fall kommen kann.

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Und dann kam es, wie es kommen musste: „Wenn du einmal auf der abschüssigen Bahn bist, ist es schwierig, dagegen anzugehen“, so Schulz.

Martin Schulz: „Heute wären wir froh, wenn wir 20,5 Prozent hätten“

Und mit Blick auf die 20,5 Prozent-Schlappe bei der Bundestagswahl sagt der Würseler: „Die 20,5 Prozent, das war ein schlechtes Ergebnis bei der Bundestagswahl, heute wären wir aber froh, wenn wir die hätten“, kontert er auf die Frage, woher er die Kraft genommen hat. Und erntet Applaus aus dem Publikum.

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Und dann gibt er zu, dass er Fehler gemacht hat. Er habe gedacht, es wäre ein Vorteil, wenn er von außen (Anm. d. Red.: aus dem Europa-Parlament nach Berlin) komme und kein Berliner Politiker sei. Deshalb ließ er sich beraten.

Martin Schulz: „Das war vielleicht mein größter Fehler“

„Ich hatte den Eindruck, du musst dich schon irgendwie einfügen in Berliner Seilschaften. Das war vielleicht mein größter Fehler“, resümiert er. „Ich bin zurückgekehrt zu mir selbst. Ich werde nie wieder irgendwelche Ratschläge annehmen, die ich innerlich ablehne“, weiß er heute. Und auch: „Man muss in der Politik wie im Privaten seiner inneren Stimme folgen. Das habe ich nicht getan.“ (js)

 
 

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