„Markus Lanz“ im ZDF: Beim Thema Brexit zieht Journalistin überraschenden Vergleich zwischen Angela Merkel und Theresa May

Bei „Markus Lanz“ im ZDF unterhielten sich die Gäste über den Brexit und Theresa May.
Bei „Markus Lanz“ im ZDF unterhielten sich die Gäste über den Brexit und Theresa May.
Foto: Screenshot ZDF

Für Großbritanniens Premierministerin Theresa May wird es langsam eng. Am Dienstag stimmte das Unterhaus über den Brexit-Deal ab – und dagegen. Einen Tag später musste die 62-Jährige schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit um ihren Posten bangen, überstand aber auch dieses Misstrauensvotum – wenn auch nur knapp.

Wie es für Großbritannien und die EU jetzt weitergeht, steht in den Sternen. Auch die Gäste bei „Markus Lanz“ im ZDF unterhielten sich am Mittwochabend aus gegebenem Anlass über die Zukunft Europas. Mit dabei: „Welt“-Journalistin Dagmar Rosenfeld.

Markus Lanz im ZDF: Das Dilemma der Theresa May

Die stellvertretende Chefredakteurin der „Welt“ erklärt das Dilemma, in dem sich Premierministerin May befindet. „Die Briten wissen selbst nicht, was für einen Brexit sie eigentlich haben wollen. Sie wissen alles, was sie nicht wollen: Weder den Deal von Theresa May noch wollen sie gar keinen Deal, also einen Ausstieg ohne Vereinbarung.“

Britische Innenpolitik: „Intrigen und Machtkampf“

Zusätzlich dazu gebe es auch die Unstimmigkeiten im britischen Parlament, „samt Intrigen und Machtkämpfen“, so Rosenfeld weiter. „Es ist nicht nur die Opposition gegen die Regierung. Sondern auch Mays Partei, die Torys, versuchten, sie mit einem Misstrauensvotum Ende des letzten Jahres loszuwerden. Die Torys sind gespalten. Ein Teil ist für den Hardliner-Brexit, ein Teil würde aber auch gerne bleiben“, erklärt die 47-Jährige.

Nein, die Premierministerin des Vereinigten Königreichs hat es nicht einfach. „Was ist Theresa May für eine Frau?“, will Moderator Markus Lanz wissen. Dagmar Rosenfeld: „Margaret Thatcher haben wir die eiserne Lady gennant, Theresa May würde ich mittlerweile die eisenharte Lady nennen, weil sie auf einem absolut verlorenen Posten kämpft. Sie muss ein Referendum zu Bedingungen umsetzen, die einfach nicht funktionieren.“

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Theresa May „mit Anlauf gegen die Wand“

Obwohl sie immer wieder mit „Anlauf gegen eine Wand läuft, lässt sie sich nicht kleinkriegen.“ Und: „Ich glaube nicht, dass es bei ihr um Machterhalt geht: Sie hat angekündigt, dass sie nicht nochmal für das Premierminister-Amt kandidieren wird. Ich glaube, es ist ernsthaft Pflichtbewusstsein.“

Das heizt eine Diskussion mit Markus Lanz an. „Glauben Sie das wirklich?“, fragt er. „Ja!“, ist sich die Journalistin sicher. „Jeder würde doch in so einer Situation am liebsten sofort weglaufen wollen. Und das tut sie eben nicht. Sie kann das Ganze eh nicht mehr gewinnen. Die Briten sind ein gespaltenes Land, das werden sie bleiben und egal, was sie aushandelt, sie wird nie als strahlende Siegerin vom Platz gehen. Sie kann aber sagen: 'Ich habe durchgehalten und ich habe zu Ende geführt, was das Volk mir aufgetragen hat'.“

„Markus Lanz“: Theresa May hat Pflichtbewusstsein wie Angela Merkel

Und dieses Pflichtbewusstsein erinnere sie an eine andere Politikerin: Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Sie ist auch jetzt bei der Bundestagswahl nochmal angetreten, weil sie die Flüchtlingspolitik, die sie eingeleitet hat, und das, und was sie damit angerichtet hat, den anderen dann nicht vor die Füße schmeißen wollte. Den Eindruck hatte ich. Sie wollte das selber regeln und zu einem Ende bringen. Und so empfinde ich auch Theresa May.“

Die ganze Folge „Markus Lanz“ im ZDF kannst du hier anschauen.

 
 

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