„Markus Lanz“ im ZDF: Bodo Ramelow (Die Linke) mit emotionalen Worten: „Verheerendes angerichtet in Deutschland“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow war am Dienstag bei Markus Lanz zu Gast.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow war am Dienstag bei Markus Lanz zu Gast.
Foto: Screenshot ZDF

Am Dienstagabend war bei „Markus Lanz“ im ZDF unter anderem Bodo Ramelow, Thüringens Ministerpräsident und der erste Ministerpräsident der Linken in Deutschland, zu Gast. Der Politiker zeigte sich in der Sendung offen wie nie – und berührte mit seiner emotionalen, tragischen Familiengeschichte.

Der 62-Jährige stammt aus einer großbürgerlichen Familie, wurde im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck geboren und wuchs in Nieder-Wiesen in Rheinhessen in einem evangelischen Elternhaus mit drei Geschwistern auf. Seine Mutter stammt aus der berühmten Familie Fresenius.

Ramelow, 1956 geboren, erzählt, welche schweren Folgen der Krieg für die Familie hatte: Als der Onkel zurückkam, nahm er sich kurze Zeit später das Leben. „Wieso hat er sich das Leben genommen?“, fragt Markus Lanz. Ramelow erklärt: „Das wissen wir nicht, ich nehme an, dass er traumatisiert war von den Erinnerungen, die er aus dem Krieg mitgebracht hat.“

„Markus Lanz“ im ZDF: Viel Beifall für Bodo Ramelow

Und er macht deutlich: „Der Erste und der Zweite Weltkrieg haben so viel Verheerendes angerichtet in Deutschland, dass wir jetzt wissen, dass wir Krieg nie wieder auf die leichte Schulter nehmen dürfen.“ Dafür gibt es Beifall aus dem Publikum.

Aber nicht nur sein Onkel war plötzlich aus dem Leben von Bodo Ramelow verschwunden. Im Alter von elf Jahren musste er eine Erfahrung machen, die wohl zu den schlimmsten zählt, die ein Kind machen kann: Der Vater des Ministerpräsidenten starb in den Armen seines Sohnes.

------------------------------------

Mehr Themen:

„Bares für Rares“ im ZDF: Dortmunder macht sogar Experten sprachlos: „Das ist ja total irre“

Sohn von Schlager-Legende Peter Alexander tot aufgefunden: Wurde er in der Türkei ermordet?

„Bird-Box“-Challenge: Teenager nehmen Netflix-Horrorstreifen zu wörtlich – Polizei warnt ausdrücklich

------------------------------------

Bodo Ramelow spricht bei Markus Lanz über tragischen Tod seines Vaters

„Mein Vater ist in der Altmark geboren, dann kam die NS-Zeit, da musste er als junger Mann zum Militär. Bis zum letzten Tag des Zweiten Weltkriegs ist er geblieben, dann mit Gelbsucht wiedergekommen, dann hat Leberzirrhose gekriegt und am Ende mit jedem Tropfen Alkohol, den er getrunken hat, sich das Leben zerstört. Ich habe wenige Phasen gehabt, wo ich ihn wirklich als sehr tollen Vater erlebt habe“, schildert der Politiker seine tragische Familiengeschichte.

Aber: „Er war hochmusikalisch, ein unglaublich toller Mann und dann bemerkst du über drei, vier Jahre diesen Prozess, bis der ganze Körper versagt und er stirbt.“ Als der Vater gestorben ist, war Bodo Ramelow nur elf Jahre alt.

Ramelows Vater stirbt in Armen seines Sohnes

„Er ist in meinen Armen gestorben. Ich war ganz alleine zu Hause. Meine Mutter war auf dem Weg in ihren Heimatort, weil wir umziehen wollten. Später fanden wir dann nur den Zettel, auf dem stand: 'Nur über meine Leiche.' Er hat aufgegeben. Man merkte, er hat sich selbst aufgegeben. Keiner hat damit gerechnet, dass er stirbt, deshalb war ich alleine. Da habe ich das erste Mal Tod im Nahfeld erlebt.“

Danach habe er „zugemacht“, es habe lange gedauert, bis er die Trauer schließlich doch zugelassen habe. Bodo Ramelow bei „Markus Lanz“ im ZDF: „Ich habe es einfach nicht an mich herangelassen, weil ich darunter gelitten habe, dass der Mann, der so wunderbar Musik spielen konnte, ein Dreiviertel Jahr im Bett gelegen hat. Er war körperlich nicht mehr so zusammen, dass er für mich ein starker Vater gewesen wäre.“

 
 

EURE FAVORITEN