Markus Lanz im ZDF: Krankenpfleger mit krasser Forderung – Kevin Kühnert gefällt das

Wie kann soziale Gerechtigkeit gewährleistet werden? Dieses Thema beschäftigte die Gäste bei „Markus Lanz“ im ZDF am Donnerstagabend. Unter anderem zu Gast: Alexander Jorde. Der junge Mann absolviert eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger und ist seit Oktober 2018 Mitglied in der SPD. Dort wünscht er sich eine Revolution.

Er sagt: „Ich finde es absolut unfair, dass jemand lange und hart arbeitet und wenn man wirklich ein Arbeitsleben hinter sich und etwas für die Gesellschaft geleistet hat, dann kommt der Staat und sagt: ‘So, jetzt krempeln wir mal dein ganzes Leben um und schauen mal, ob du überhaupt eine Rente bekommst, von der du noch leben kannst.' Für 500 Euro bekommt man in manchen Städten nicht einmal ein WG-Zimmer, wie soll man denn davon leben?“

Markus Lanz im ZDF: Höhere Steuern für Reiche?

Das sei ja keine Frage, entgegnet Markus Lanz. Was der Vorschlag von Alexander Jorde sei, um das System zu ändern, will der Talkmaster wissen: „Sollen Milliardäre jetzt enteignet werden oder was ist die Idee?“

Jorde erklärt: „Ich will keine Neiddebatte aufmachen. Wenn jemand 100 Millionen Euro im Jahr verdient, weil er irgendwo Vorstandschef ist, dann gönne ich ihm das. Aber gleichzeitig möchte ich auch, dass auch alle anderen im Land unter gewissen Bedingungen leben können. Und ich akzeptiere es nicht, dass jemand das Hundertfache oder das Dreihundertfache oder das Tausendfache von jemandem verdient.“

Der Auszubildende fordert: Reiche müssen stärker besteuert werden: „Am Ende haben sie doch immer noch genug.“ Höhere Steuern für Reiche – doch wie hoch sollen sie werden? „Wie viel? 60, 70, 80 Prozent, oder wie viel?“, fragt Lanz nach.

------------------------------------

• Mehr Themen:

„Die Ärzte“: Bela B. macht bei Markus Lanz unfassbares Geständnis

RTL mit drastischem Schnitt: TV-Sender verabschiedet sich von früherem Erfolgsformat

• Top-News des Tages:

Finale von Der Bachelor: Wunderbare Nachricht für Andrej Mangold und Jenni – das ging flott!

Heidi Klum und Tom Kaulitz: Jetzt haben sie Grund zu feiern

-------------------------------------

Krankenpfleger bei Lanz: Wer braucht 80 Millionen Euro?

Jordes Antwort lässt fassunglose Gesichter in der Runde zurück und entflammt eine Diskussion zwischen ihm und dem Moderator. Alexander Jorde: „Wenn jemand 100 Millionen Euro im Jahr verdient, dann hat er von 80 Prozent Steuern am Ende immer noch 20 Millionen Euro über. Wenn er sich dann in die Fußgängerzone stellt und fragt: 'Möchte jemand mit mir tauschen?‘, dann gibt es, glaube ich, keinen, der 'Nein' sagt.“ Aus dem Publikum gibt es Applaus, doch Lanz ist sprachlos: „Das ist, das ist… Boah!“

Natürlich sei das viel, weiß auch der Krankenpfleger. Aber wofür benötige jemand 80 Millionen Euro, fragt er sich. „Da müssen wir doch auch mal realistisch sein. Ab einem Jahreseinkommen von über 80.000 Euro empfindet man kaum noch mehr Glück. Ich weiß, sie verniedlichen das jetzt bestimmt.“

Markus Lanz: Vorstellungen „Sozialromantik“

Markus Lanz: „Nein nein nein, überhaupt nicht. Ich nehme das total ernst. Aber die Frage ist: Wozu führt das alles denn? Wenn man so hohe Steuern hat, dann gehen die Leute doch irgendwann weg und sind für den deutschen Arbeitsmarkt nicht mehr zu haben. Das hängt doch alles miteinander zusammen. Dann geht er nach Amerika und macht dort sein Geschäft.“

+++ Krankenschwester schlägt mit emotionalem Bericht Alarm: „Und das wird bald noch schlimmer“ +++

Auch dafür hat der Azubi eine Lösung: Man müsse die Steuern über einzelne Staaten hinaus reformieren und ein einheitliches Steuersystem schaffen. Der ZDF-Journalist sieht darin aber keine Lösung, betitelt die Idee als „Sozialromantik“.

Lanz' Kritik versteht Jorde und erklärt: „Das ist natürlich eine Wunschvorstellung. Ich sage ja nicht, dass die SPD morgen 70 Prozent Steuern fordern soll. Aber man kann ja zumindest in diese Richtung mal einen Schritt weitergehen als zu sagen, man muss jetzt bei denjenigen mit sehr geringem Einkommen noch anfangen, jeden Cent dreimal umzudrehen.“

Das ist Alexander Jorde

Alexander Jorde war als Auszubildener in der Pflege in der ARD-Wahlarena 2017 bekannt geworden. Dort hatte er Angela Merkel mit den Missständen in der Pflege konfrontiert.

„Die Pflege ist so überlastet und Sie sind seit zwölf Jahren an der Regierung und haben in meinen Augen nicht viel für die Pflege getan“, klagte er damals

Juso-Chef Kevin Kühnert ist begeistert

Darauf folgten zahlreiche TV-Auftritte. Im Oktober war Jorde in die SPD eingetreten. Offenbar hat er dort auch einen prominenten Fan in Juso-Chef Kevin Kühnert.

Der äußerte sich nach Jorden Vorschlägen begeistert auf Facebook: „Boah, hat der Recht. Alexander Jorde hat nicht nur Angela Merkel zum Thema Pflege in Bedrängnis gebracht. Alexander Jorde ist auch einfach ein kluger Typ. Und er ist Juso. Ich bin froh, dass wir ihn an Bord haben.“

 
 

EURE FAVORITEN