„Markus Lanz“ im ZDF: DJ Paul van Dyk spricht emotional über aufwühlende Koma-Erfahrung: „Es gibt so etwas wie eine Seele“

Paul van Dyk, DJ und Musikproduzent, war am Donnerstag bei Markus Lanz zu Gast.
Paul van Dyk, DJ und Musikproduzent, war am Donnerstag bei Markus Lanz zu Gast.
Foto: Screenshot ZDF Markus Lanz

Paul van Dyk (47) hat sich erholt. Nicht völlig. Aber der Alltag wird normaler für den DJ und Musikproduzenten.

Bei Markus Lanz im ZDF erzählt der weltberühmte DJ von seinem Unfall während eines Festivals in Utrecht. Damals, am 27. Februar 2016, stürzte van Dyck sechs Meter tief von der Bühne, verletzte sich schwer: fünf verschiedene Blutungen im Gehirn, zwei Wirbelsäulenbrüche.

Paul van Dyk bei Markus Lanz im ZDF: „Aufgeben ist keine Option“

Tagelang lag Paul van Dyk nach dem Bühnensturz im Koma. Als er wach wurde, war alles anders. Van Dyk konnte nicht mehr gehen, nicht mehr sprechen, brauchte Monate, um überhaupt wieder einigermaßen klar am Leben teilnehmen zu können. Er musste alles neu lernen, seine Nerven gaukeln ihm bis heute stete Schmerzen von. „Meine Füße brennen wie Feuer.“

Aber: Paul van Dyk zeigt sich kämpferisch. „Aufgeben ist keine Option.“ Im Lanz-Studio brandet Applaus auf.

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Paul van Dyk hat seiner Frau Margarita viel zu verdanken

Diesen Optimismus hat Paul van Dyk vor allem seiner Frau Margarita Morello zu verdanken. Sie sei es gewesen, die ihn durch die Dunkelheit im Koma erreicht habe: „Ich hatte das Gefühl, da war eine Nähe, da war jemand da.“

Obwohl sein Hirn laut der Maschinen, an die es angeschlossen war, keine Aktion zeigte, wusste Paul van Dyk, dass Margarita da war, erzählt van Dyk bei Markus Lanz: „Ich bin kein Esotheriker, sondern Pragmatiker. Es gab keine Aktion im Hirn. Aber als sie sagte: 'Halt meine Hand', hat irgendwas in mir die motorische Funktion ausgelöst, zuzudrücken.“

Da ist etwas, das tiefergeht, ob man es nun Seele nennt oder anders

Das habe ausschließlich bei seiner Frau funktioniert. „Mein Bewusstsein war nicht bei mir, aber ich wusste: 'That's my girl.' Da ist etwas, das tiefergeht, ob man es nun Seele nennt oder anders.“

Ehefrau Margarita dekorierte Paul van Dyks Krankenzimmer („Teilweise sah mein Krankenzimmer aus wie ein BVB-Fanzimmer!“), sorgte dafür, dass in seiner Nähe nie jemand weint oder niedergeschlagen ist. „Immer, wenn ich Menschen gesehen habe, haben sie gelächelt und waren froh“, erzählt Paul van Dyk.

Ehefrau war der beste Grund, weiterzuleben

Margarita habe die Diagnosen der Ärzte nicht akzeptieren, er werde wahrscheinlich ein Pflegefall. Alles werde gut, war ihre Devise – und Paul van Dyk ist seiner Frau auf ewig dankbar dafür.

Sie habe ihn durch die Dunkelheit gezogen. Sie sei „der beste Grund“, weiterzuleben.

Paul van Dyk gibt Tipp zum Ungang mit Koma-Patienten

Angehörigen von Komapatienten gibt Paul van Dyk einen wichtigen Tipp: „Wenn man jemanden hat, der im Koma liegt, sollte man nicht daneben sitzen und bei Facebook rummachen. Stattdessen sollte man sich um den Patienten kümmern, ihm Wärme geben, mit ihm reden. Man hat im Koma das Bewusstsein nicht, aber da ist irgendwas, was man fühlt, diese Wärme, das 'Nichtaufgegebenwerden'.“

Paul van Dyk steht mittlerweile wieder auf der Bühne

Heute steht Paul van Dyk wieder auf den Bühnen dieser Welt, wenngleich auch nicht so oft wie früher. Dankbarer sei er geworden, erzählt er bei Markus Lanz.

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Die Shows seien nun noch intensiver als früher. „Man hat ja immer dieses diffuse Gefühl, man kann sterben. Aber wenn man weiß, dass das alles wirklich sehr schnell vorbei sein kann, lernt man alles mehr zu schätzen. Meine Musik ist mir jetzt näher als vorher.“

Über seinen Unfall und seinen Weg zurück ins Leben hat Paul van Dyk ein Buch geschrieben. „Im Leben bleiben“ heißt es und ist erschienen im Benevento-Verlag.

 
 

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