„Markus Lanz“ im ZDF: Schülerin lässt FDP-Politikerin alt aussehen

Foto: ZDF

Die 17-jährige Schülerin Julia Oepen aus Hamburg lässt der FDP-Politikerin Katja Suding am Mittwochabend bei Markus Lanz im ZDF keine Chance. In der Sendung diskutierten außerdem Sebastian Fitzek, Autor, und Manfred Lütz, Psychiater und Theologe. Das Thema: Können die „Fridays for Future“-Demos etwas bewirken?

Markus Lanz lässt zuerst Lütz zu Wort kommen – weil er denkt, er müsse die leicht nervöse Schülerin schützen. Ihre klaren Statements machen allerdings schnell klar, dass dazu kein Grund besteht.

Markus Lanz im ZDF: Schülerin mit deutlichen Worten

„Wir sind die erste Generation, die von den Klimafolgen wirklich betroffen ist. Und gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen Klimawandel noch aufhalten kann. Wir haben die Möglichkeit, dass JETZT gehandelt wird, damit wir das Pariser Klimaabkommen noch einhalten können.“

Das ist der deutliche Standpunkt der 17-Jährigen. Die Sympathie für die schwedische Mitstreiterin Greta Thunberg wird deutlich.

„Wir sind uns ja einig in den Zielen, die ihr auch verfolgt“, sagt Katja Suding an Oepen gewandt. Auch die Politik wolle den Klimawandel aufhalten.

Die Schülerin kontert smart: „Dann finde ich es ein bisschen seltsam, dass wir diese Ziele heute noch nicht verfolgen.“ Das Publikum applaudiert.

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Auch Lanz ist begeistert. „Ich erlebe hier jemanden, der sagt: schwarz oder weiß, jetzt oder nie“ – im Vergleich dazu hätte sich die FDP nicht besonders für die Klimaziele eingesetzt, findet Lanz.

Ausschweifende Erklärungen statt aktivem Handeln

Suding protestiert, erklärt die Vorschläge ihrer Partei zur Klimaschutzpolitik. „Wir haben diese Vorschläge gemacht – bisher wurden sie aber nicht umgesetzt“, erklärt Frau Suding.

Darauf angesprochen, wann die Politik denn wirklich handeln wolle, gibt Suding ausschweifende Erklärungen. Bei keiner davon kommt sie zum Punkt.

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Mit einer Gegenfrage versucht sie, die Schülerin aus dem Konzept zu bringen. „Wer soll denn den Klimaschutz machen? Ich möchte das gern mal verstehen“, fragt sie in Richtung Oepen. Beide werden sich einig, dass die Politik die Pläne zum Klimaschutz machen muss. Oepens Forderung: Die Pläne müssen auch umgesetzt werden. Daran mangele es bislang.

Immer wieder verstrickt sich die Politikerin in Widersprüche. Sie kann sich nicht recht entscheiden, ob es die passenden Instrumente, um den Klimawandel aufzuhalten, schon gibt und wer für die Umsetzung zuständig sei. Die Politik, die Wissenschaftler und Ingenieure, oder vielleicht doch die Verbraucher?

„Ich kann nicht nachvollziehen, wie man sich einer wissenschaftlichen Realität so sehr entziehen kann“, wundert sich Oepen.

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Lanz: „Ich sehe selbst aus dieser Distanz die Halsschlagader bei Julia Oepen durchkommen“

Auch Lanz ist davon wenig begeistert, fällt Suding ins Wort, gibt Oepen mehr Sprechzeit. Er bewundert ihre Haltung, sie lebe seit Jahren vegan, nutze öffentliche Verkehrsmittel, führe mit dem Rad, verzichte auf Flugreisen.

Große Diskussionen über das Schuleschwänzen lässt Lanz nicht aufkommen. Das wäre gar nicht nötig, denn die Schülerin lässt mit ihren schlagfertigen Antworten gar keine Kritik an der Bewegung zu und geht stattdessen lieber auf ihre Sache ein: „Ich finde es ein bisschen seltsam, dass man sich so sehr darüber aufregt, dass wir freitags ein paar Schulstunden verpassen. Weil die Regierung, die das Pariser Klimaabkommen schwänzt, ja deutlich fatalere Folgen verursacht, als wenn ich ein paar Schulstunden verpasse.“

Forderungen an die Politik

Die letzten Worte der Diskussion darf Julia Oepen noch einmal ans Publikum richten. Die Schülerin überlegt nicht lange: „Jetzt oder nie“. Sie traut sich, das von der Politik einzufordern, was diese bislang nicht liefern konnte: Taten statt Worte. (vh)

 
 

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