„Markus Lanz“ im ZDF: Micky Beisenherz gibt schlimmen Fehler zu

Foto: ZDF

Markus Lanz im ZDF: Nach zwei Sendungen mit AfD-Beteiligung in Folge saß am Donnerstag kein AfD-Politiker in der Runde von Markus Lanz. Doch gesprochen wurde über die Partei trotzdem.

Das lag auf der Hand, denn in der Runde saß Mike Mohring, Spitzenkandidat für die CDU bei der Landtagswahl in Thüringen im Oktober. In dem Bundesland kommt die AfD vor der Wahl Umfragen zufolge auf 23 Prozent.

Björn Höcke heißt der ärgste Gegner bei den Wahlen im Oktober für Mohring. Der CDU-Spitzenkandidat selbst hatte vor dem Wahlkampf aber noch einen viel entscheidenderen Kampf zu kämpfen.

Markus Lanz im ZDF: Mike Mohring erzählt von Krebsdiagnose

Im Oktober 2018 erhielt der 47-Jährige die Diagnose Krebs: bösartig, schnell wachsend, Operation noch in der Nacht der Diagnose. Ein Schock für den aufstrebenden CDU-Mann.

„Es hat mich total beeindruckt, dass mir über die politischen Lager hinweg mir völlig unbekannte Menschen geschrieben haben, mich unterstützt haben.“ Dutzende Leute hätten ihm Mützen geschenkt.

Trotz schwerer Krankheit eine politische Karriere? „Ist es das wert?“, fragt Lanz. Gebe es nicht den Punkt, wo man nur an sich denken sollte?

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Mohring: „Ich habe mich heute das erste Mal rasiert“

„Das habe ich kurz auch gedacht“, lacht Mohring. Trotzdem sollte es für ihn nach der erfolgreich überstandenen Chemotherapie weitergehen, er will als Spitzenkandidat in die Wahl gehen.

„Ich habe mich heute das erste Mal rasiert. Die Augenbrauen wachsen wieder. Auf einmal ist wieder Normalität da“, erzählt Mohring.

Er habe viel aus dieser Krankheit gelernt im Umgang mit anderen Menschen. „Wenn man in ein Gespräch geht und weiß, der andere könnte auch recht haben, geht man ganz anders in so ein Gespräch. Da ist viel Fähigkeit zum Kompromiss drin, wenn man dem anderen auf Augenhöhe begegnet“, sagt der Politiker.

Björn Höcke – „Schauspiel oder Überzeugung?“

Da bohrt Lanz nach: „Stellen Sie mal vor, Sie treffen jetzt Björn Höcke und stellen fest, der hat auch mal recht...“

„Zunächst weiß ich, dass er völlig überschätzt wird. Er ist nicht dieser Höcke, der er immer zu sein scheint“, erklärt Mohring. „Ich weiß immer nicht, ob es Schauspiel ist oder Überzeugung.“ Für ihn sei beides ungehört.

„Wenn man in der Demokratie Politik gestalten will, kann man nicht mit dem Feuer am rechten Rand spielen.“

Also keine Koalition der CDU mit der AfD in Thüringen? Klare Absage von Mohring: „Wir in Thüringen erleben mit dem 'Flügel' von Höcke eine besondere Ausprägung am rechten Rand von der AfD, wo man ja spürt, dass in der AfD in Deutschland selbst da schon einige damit hadern und damit nicht klarkommen.“

Doch nicht nur in der Politik zerbricht man sich den Kopf über den Umgang mit der AfD.

Moderator Micky Beisenherz gibt Fehler zu: „Es hat nicht nicht funktioniert“

Autor, Humorist und Moderator Micky Beisenherz sitzt in der Runde und wird von Lanz zitiert. „Im Umgang mit der AfD haben auch wir von der Humorecke echt Fehler gemacht.“

Beisenherz unterstreicht seine Aussage rückblickend: „Am Anfang hat man sich lustvoll auf die AfD-Wähler gestürzt und dann haben wir irgendwann feststellen müssen, dass die Verächtlichmachung und Lustigmachen über AfD-Wähler nicht den Effekt hatte, den wir erhofft hatten. Sprich, dass die Menschen in Anführungszeichen 'bekehrt' wurden.

Der Begriff „bekehrt“ zeuge ja schon von der Arroganz, räumt Beisenherz demütig ein. „Es hat sich noch ins Gegenteil verkehrt. Da haben wir als Humoristen unseren Beitrag dazu geleistet.“

Eine Lektion in Demut? „Absolut. Viele Sachen würde ich heute so nicht mehr schreiben. Es hat nicht nur nicht funktioniert, sondern es hat das Gegenteil bewirkt.“

 
 

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