Markus Lanz im ZDF: Journalist di Lorenzo fängt an zu weinen – „Wir werden unsere Schuld nie los“

Emotionales Gespräch für Giovanni di Lorenzo: eine Aussage von Dohnanyis rührt den 59-jährigen zu Tränen.
Emotionales Gespräch für Giovanni di Lorenzo: eine Aussage von Dohnanyis rührt den 59-jährigen zu Tränen.
Foto: Screenshot ZDF

Hamburg. Emotionale Geständnisse bei Markus Lanz. Am Dienstag lud der Moderator zwei hochkarätige Gäste in seine Talkrunde ein. Klaus von Dohnanyi, SPD-Politiker, und Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Zeitung "Die Zeit", brachten die Zuschauer mit emotionalen Familiengeschichten zum Staunen. Sie sprachen über die Gegenwart, um einen Bezug zur Vergangenheit herzustellen.

Daher sprachen sie mit Markus Lanz auch über die Vergangenheit der beiden Familien in der Nazi-Zeit. Von Dohnanyi hat sie als Kind miterlebt. Er berichtet in der Sendung vom Tod seines Vaters und seines Onkels Dietrich Bonhoeffer, die sich im Widerstand engagiert haben. Di Lorenzo, Jahrgang 1959, nimmt Bezug auf die Vergangenheit seiner Eltern- und Großelterngeneration.

Markus Lanz: Wenn Männer über ihre Mütter sprechen

Vor allem das Schicksal seiner Mutter nimmt di Lorenzo mit. Als von Dohnanyi ihm beipflichtet, bricht er in Tränen aus. „Wir werden doch unsere Schuld gegenüber unseren Müttern nie los. Nie! Die haben so viel getan für uns. Im Grunde genommen verdanken wir ihnen alles. Und wir haben es nicht wirklich zurückgegeben. Und wenn es Sie gerührt hat: Mich rührt es jetzt auch. […] Meine Mutter zum Beispiel mit dieser Qual – mein Vater im KZ – hat es dennoch nicht gelassen, uns abends vorzulesen. Die Mütter sind es“.

Was war passiert?

Di Lorenzo bedauert, dass seine Mutter als junge Frau keine Möglichkeit gehabt hat, ihre Erlebnisse aufzuarbeiten. "Ich habe mir überlegt, wie sensibel wir derzeit mit uns selbst umgehen können, wie oft wir Therapien in Anspruch nehmen können. Wie oft das Wort Trauma in den Mund genommen wird – zu Recht! Das Wort „Trauma“ gab es gar nicht zu ihrer Zeit, die mussten einfach weitermachen".

Seine Mutter habe dazu allerdings nie die Möglichkeit gehabt. Erst später, als sie für ihre Therapeutenausbildung ihre eigene Vergangenheit in der Kriegszeit reflektieren musste und diesen Prozess in einem Tagebuch festhielt, könne sie das Durchgemachte besser verstehen. Im Tagebuch beschreibe sie, wie sie und "ihre Familie gelitten hat in dieser Zeit. Nicht nur unter der Verfolgung, sondern dem Verlust von Heimat, von Besitz, von Fremdsein".

Di Lorenzo zeigt großes Verständnis für das Schicksal seiner Mutter – deswegen bricht ihm in seiner Aussage dann auch die Stimme weg: "Ich habe so ein – ich muss aufpassen, dass ich da nicht gerührt bin – ich habe dabei so ein Mitgefühl bekommen für meine arme Mutter, die in der Tat ein Leben lang Probleme hatte, darüber zu sprechen.“

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Von Dohnanyis Antwort rührt di Lorenzo zu Tränen

Nachdem von Dohnyanis Giovanni di Lorenzo beigepflichtet hat, schaut dieser kurz zur Seite, bedeckt die Augen mit einer Hand und offenbart feuchte Augen.

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Markus Lanz:

  • Das ist die Fernsehsendung „Markus Lanz“:
  • „Markus Lanz“ ist eine Talkshow im ZDF, benannt nach Moderator Markus Lanz.
  • Die 75-minütige Sendung wird dienstags bis donnerstags am späten Abend ausgestrahlt.
  • Meistens wird die Sendung einige Stunden vor der Ausstrahlung in einem TV-Studio in Hamburg-Altona aufgezeichnet, mitunter gibt es auch Live-Übertragungen.
  • In jeder Ausgabe der Show empfängt Markus Lanz vier bis fünf (meist prominente) Talk-Gäste, mit denen er zu einem pro Sendung jeweils neuen Thema spricht.

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Anschließend wischt er sich eine Träne aus den Augenwinkeln. Ein rührender Moment für den 59-jährigen und die Fernsehzuschauer! Auch von Dohnanyi sieht bewegt aus, hält inne.

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Anschließend beendet Lanz die Talkrunde. "Es war sehr intensiv", resümiert er das Gespräch. Danach will er noch auf eine weitere Sendung mit di Lorenzo hinweisen. Dieser, noch immer seinen Gefühlen beschäftigt, wehrt ab: "Jetzt schweigen Sie lieber".

 
 

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