„Markus Lanz“ im ZDF: Als Moderator über die SPD spricht, lacht selbst Sting sich schlapp

Als Markus Lanz Stings Verfassung mit der der SPD vergleicht, bricht der Sänger in schallendes Gelächter aus.
Als Markus Lanz Stings Verfassung mit der der SPD vergleicht, bricht der Sänger in schallendes Gelächter aus.
Foto: ZDF Screenshot

Fünf Tage ist es her, dass Andrea Nahles, ehemalige SPD-Spitze, von ihren Ämtern in der Partei zurückgetreten ist. Am Sonntag verkündete sie ihren Rücktritt – nach mehreren internen Putsch-Gerüchten bei den Sozialdemokraten. Natürlich war das bescheidene Abschneiden der SPD bei der Europawahl auch Thema bei „Markus Lanz“ in der ZDF-Sendung am Donnerstag.

Einer, der diese Putsch-Gerüchte hartnäckig dementierte und darauf in Interviews angesprochen zumeist harsch reagierte, saß am Donnerstagabend im Sessel bei „Markus Lanz“: der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil (41).

„Markus Lanz“: Als Lanz gegen die SPD schießt, muss auch Sänger Sting laut lachen

Doch zunächst stellte der Moderator seinen ersten Gast, den Sänger Sting fulminant vor: „Sein Leben ist ein Leben in Superlativen.“ Der Song, der im Radio am meisten zu hören ist, stammt aus der Feder des britischen Musikers: „Every breath you take“ von seiner Band „The Police“ aus dem Jahr 1983 wurde alleine im letzten Jahr 15 Millionen Mal gespielt, betont Lanz bei der Vorstellung des Sängers.

Doch dann spricht Lanz die Kunst eines jeden Moderators an; das elegante Überleiten zum nächsten Thema. Er möchte zu Lars Klingbeil wechseln. Also fragt er direkt: „Doch die ganz große Frage ist: Wie kommen wir jetzt von Sting zur SPD?“ Einige Lacher ertönen aus dem Publikum.

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„Was viele nicht wissen, er ist auch Musiker“, berichtet Lanz. Der mittlerweile 41-Jährige hat schon in seiner Teenagerzeit in einer Schulband gespielt und tatsächlich auch Hits von „The Police“ gecovert. „In der Tat hat meine erste Schülerband 'So lonely' gecovert“, gibt der SPD-Politiker zu und schiebt hinterher: „Das war damals keine gute Qualität“.

Da teilt Lanz aus: „Das ist so typisch SPD, dass sie sich jetzt schon direkt wieder dafür entschuldigen“.

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Gezeigt wird auch ein altes Foto von Klingbeil. Er trug ein Nasenpiercing und nach Lanz-Aussage „war er frisurentechnisch ganz nah an Anton Hofreiter“ dran. Der Grünen-Fraktionschef aus Bayern trägt die Haare schulterlang. Doch bei dem Vergleich schüttelt Klingbeil verwirrt mit dem Kopf.

Als Lanz nach dem Namen der Band fragt – „Simply Bad“ – sagt auch Klingbeil sofort: „Das passt auch sofort wieder dazu.“ Auch Sting muss lachen und klatscht anerkennend in die Hände. Danach machte er aber mit seiner nächsten Band „Sleep in Silence“ auch „richtige Musik“ mit vielen Alben und Auftritten.

Doch dann habe er das Rockstar-Leben gegen die Politik getauscht. „Das ist ja interessant. Sie waren schon auf dem besten Weg etwas Gescheites zu machen und jetzt sind sie in der SPD“, haut Lanz raus. Stille im Publikum, ein müdes Weglächeln vom Generalsekretär.

„Mit 67 Jahren in einer besseren Verfassung als die SPD“

Dann geht das Gespräch zu Sting – der bürgerlich Gordon Matthew Thomas Sumner heißt – über. „67 Jahre ist er schon alt. Und – darf man das sagen? – Er ist in einer besseren Verfassung als die SPD momentan“, witzelt der Moderator.

Was sehr komisch wirkt: Er spricht schon weiter, doch der Dolmetscher braucht länger für das Übersetzen und plötzlich lacht Sting schallend los. Nach diesem losgelösten Lachanfall hält er sich schnell entschuldigend die Hand vor den Mund.

Danach spricht Markus Lanz mit Klingbeil über die letzten harten Tage in der SPD. „Die ganze Woche war schon klar, dass sie [Anm. der Red.: Andrea Nahles] überlegt [zurückzutreten]“.

Er macht deutlich, dass die menschliche Härte in den letzten Wochen auch an ihm nicht spurlos vorüber gegangen sind. Wieder sei jemand mit menschlichen Verletzungen zurückgetreten. „Ich hoffe nur, dass meine Partei begreift, dass es so nicht weitergehen kann“, sagt er weiter.

Der SPD-Generalsekretär hatte Nahles geraten, weiterzumachen

Auch verrät er, dass er ihr in der Woche vor dem Rücktritt geraten hatte, weiterzumachen. Doch am Sonntag sei das zu spät gewesen. Da war die Entscheidung schon längst getroffen.

Seine Generation - er ist erst 41 Jahre alt - sei nun an der Reihe. Eine Steilvorlage für Lanz. Er stellt die Frage: „Das heißt, sie werden neuer Partei-Chef?“ Darauf Klingbeil: „Ich bin jetzt in einem verantwortungsvollen Amt. Und ich möchte mit diesem Amt, das ich habe, meine Partei prägen. Und ich bin sehr froh, dass ich viele andere habe, die das mit mir auch machen“.

Wird Klingbeil der nächste Parteivorsitzende?

„Das war das weichste Dementi seit langer Zeit, das ich gehört habe“, kontert Lanz. Doch der 41-Jährige schmunzelt und antwortet: „Ich habe ja gelernt, wenn man antritt, dann verkündet man das heute bei Youtube.“ Dann wird er aber wirklich ernst. Er habe genug Verantwortung in seiner Position – Lanz: „Sie haben keinen Bock!“ Er wiederholt nur noch mal sein Anliegen, daran beteiligt zu sein, einen neuen Parteivorsitz zu finden. Ende der Diskussion.

Die komplette Sendung „Markus Lanz“ im ZDF kannst du hier online komplett anschauen. (js)

 
 

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