„Markus Lanz“: Clan-Experte verrät: Rapper und Kinder haben keine Chance

Olaf Sundermeyer (rechts, Journalist) warnt bei Markus Lanz vor den Machenschaften krimineller Clans.
Olaf Sundermeyer (rechts, Journalist) warnt bei Markus Lanz vor den Machenschaften krimineller Clans.
Foto: ZDF

Olaf Sundermeyers Thesen sind alarmierend.

Bei Markus Lanz haben die Zuschauer am Dienstag einen tiefen Einblick in die Strukturen krimineller Clans erhalten. Sundermeyer, Autor und Journalist aus Dortmund, hat in den vergangenen Monaten mit Clan-Mitgliedern gesprochen und sich intensiv mit der Problematik der kriminellen Großfamilien auseinandergesetzt.

Zwei Themen seien besonders brisant, berichtet er bei Markus Lanz: Die Erziehung der Kinder in den Clans und der Einfluss auf die Rapszene.

Markus Lanz im ZDF: Autor Olaf Sundermeyer: So kriminell werden Clan-Kinder erzogen

Junge Menschen würden als Auserwählte großgezogen, erzählt Sundermeyer. „Das sind Menschen, die sich besser fühlen als andere.“ Das Ziel sei immer, sich über andere zu erheben und andere Gruppen unterwerfen.

Der Dortmunder erzählt von einem Beispiel aus der Nordstadt seiner Heimatstadt: Mitglieder einer arabischen Großfamilie erzählten ihm über die dort lebende Volksgruppe der Roma: „Wir haben uns die Zigeuner in der Dortmunder Nordstadt unterworfen.“

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Schon Jugendliche würden lernen, sich über Autoritäten zu erheben, etwa in der Schule. Schulabschlüsse seien kein Ziel für Clan-Kinder, sie wachsen in der Kriminalität auf. Der Staat habe nichts zu melden. Eigenes Recht werde mit Gewalt durchgesetzt.

„Kriminalität gilt im Prinzip als der kürzeste Weg, um zu Geld, Einfluss und Anerkennung zu kommen.“ Kriminalität werde gefördert. „Das ist etwas erstrebenswertes, weil das die Familie aufwertet, wenn die Kriminalität erfolgreich ist.“ Mit Statussymbolen würden die Clans ihre Macht nach außen ausdrücken.

Rap-Szene im Schwitzkasten der Clans

Gleichzeitig würden die kriminellen Familien die Gangster-Rap-Szene in Deutschland komplett unterwerfen. Jemand aus dem Gangster-Rap, der ohne Schutz ist, der sei der Gewalt der Großfamilien ausgeliefert. Clan-Mitglieder, so erzählten sie es Sundermeyer, sehen es so: „Wir sind die Zuhälter und die Rapper sind die Nutten“

Auf der anderen Seite würden die kriminellen Taten der Clans in der Musik heroisiert und hunderttausendfach geklickt. Verbrecher würden für Jugendliche zu Helden, zu Vorbildern.

Was kann der Staat tun?

Lassen sich junge Menschen aus diesen kriminellen Strukturen herausholen? Schwierig. „Die Familie steht über allem. Wer sich entscheidet, nicht mehr mitzumachen, steht vor dem Ende“, sagt Sundermeyer.

Vergleichbare Aussteigerprogramme für Extremisten seien für Clans kaum effektiv: Die Familie sei ein engeres Band als andere ideologisch geschlossenen Welten. (jg)

 
 

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