Mann will nicht für Verhütung beim Sex zahlen: „Sie ist ja keine Prostituierte“

Ein Mann will nicht für Verhütung zahlen, die weibliche Twitter-Gemeinde läuft Sturm.
Ein Mann will nicht für Verhütung zahlen, die weibliche Twitter-Gemeinde läuft Sturm.
Foto: dpa

Eine ungewollte Schwangerschaft ist spätestens seit dem letzten Jahrhundert nicht mehr nur IHR Problem, sondern auch SEINS. Im Jahr 2019 sollte es daher üblich sein, dieses Denken auch auf die Verhütung zu übertragen.

Davon profitieren in einer Paarbeziehung schließlich beide Partner gleichermaßen. Beide haben Spaß, dann sollten sich beide auch im Vorfeld über Verhütung Gedanken machen.

Bei Twitter ging es heiß her, weil genau dieses Denken offenbar doch noch nicht in den Köpfen aller Männer angekommen ist. Twitter-Nutzerin TanjaSagt gibt in ihrem Tweet die Story einer Freundin wieder, die sich als Empfängnisschutz eine Spirale einsetzen ließ.

Der Freund will die Verhütung nicht mitbezahlen

Ihrem Freund war das offenbar ziemlich egal, denn er wollte zu ihrem gemeinsamen Vergnügen nichts beitragen.

„Freundin hat sich Spirale einsetzen lassen, Freund wollte nichts beitragen, weil:
- Ist in ihr & nicht in ihm
- Falls sie sich trennen, profitiert irgendwann ein anderer davon
- Sie ist ja keine Prostituierte, dass er für den Sex bezahlen muss

Für mich wäre das Problem damit auch gelöst"

Ihre Follower sind wütend. „Sollte sie schwanger werden, ist das dann auch allein ihr Problem? Weil, ist ja in ihr, nicht in ihm?“, fragt Rina irritiert.

Verhütung ist gemeinsame Sache

In einer Paarbeziehung gibt es eben Sex zu zweit. In der Konstellation Frau-Mann besteht dabei immer das Risiko einer Schwangerschaft. In der Regel ist Verhütung Frauensache. Klar, sie ist auch diejenige, die im Ernstfall das Kind austrägt – da mag Frau die Verantwortung an niemanden abgeben.

Für diese Sicherheit muss Frau dann auch alles ertragen, was damit zusammenhängt. Die Zeit, die Frau deswegen beim Frauenarzt verbringen muss, die Schmerzen beim Einsetzen der Spirale, die Kontrollen.

Und die eventuell damit verbundenen hormonellen Veränderungen in Körper und Psyche.

Zumindest die finanzielle Last kann ein Paar gemeinsam tragen. Ein Preis von 120 bis 300 Euro ist für viele junge Frauen kein Pappenstiel. Wenn dem Mann etwas an seiner Partnerin liegt, sollte es für ihn selbstverständlich sein, sich an den Kosten zu beteiligen.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wer von beiden das Ding in sich trägt – den Spaß haben sie gemeinsam. Sich an den gemeinsamen Kosten für die Verhütung zu beteiligen macht die Frau auf keinen Fall zur Prostituierten.

Frauen und Männer bei Twitter sind sprachlos

Die Follower von TanjaSagt bekunden unter dem Tweet ihre Fassungslosigkeit.

  • Lila Samt: „Das hat der wirklich gesagt??? Und die sind jetzt immer noch zusammen???“
  • Mary Mara's Kitten Bakery: „Man könnte ihm ja auch einfach ans Schienbein treten und sagen: Du spinnst wohl! Man muß ihn ja nicht gleich verlassen :) Aber eine angemessene Reaktion würde dann allen Beteiligten gut tun“
  • Flauschiges Fischiges Fred: „Ich fände es sogar gerechter, wenn er die gesamten finanziellen Kosten zu tragen hat, da sie ja schon die gesundheitlichen Folgen übernimmt“
  • Nosyjosi: „Falls sie sich trennen 'profitiert' also ein anderer von der Spirale, die sie sich hat einsetzen lassen. Klingt wie so ein unkündbares Sex-Abo oder so. Diese Objektifizierung, Kaltschnäuzigkeit und dieser Pragmatismus hinter dieser Aussage dreht mir echt den Magen um.“
  • Wurzelmann: „Waaaah, wie trash kann ein Mann sein bitte?“

Die meisten Antworten finden die Argumente des Partners traurig. Deswegen sollte die Unbekannte in jedem Fall ein ernstes Wörtchen mit ihrem Partner reden. Einige Nutzer raten ihr sogar, ihren Freund zu verlassen. (vh)

 
 

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