Mann vergewaltigte und schwängerte eine Zwölfjährige – Jetzt hat ihm ein Richter das Sorgerecht gegeben!

Ein Sorgerechtsurteil aus dem Bundesstaat Michigan sorgt in den USA für Empörung.
Ein Sorgerechtsurteil aus dem Bundesstaat Michigan sorgt in den USA für Empörung.
Foto: Uli Deck / dpa

Berlin.  Bei diesem Gerichtsurteil kann man nur den Kopf schütteln: Im US-Bundesstaat Michigan ist dem 27-jährigen Christopher M. das geteilte Sorgerecht für ein Kind zugesprochen worden, das er 2008 bei der Vergewaltigung einer damals Zwölfjährigen zeugte!

Das Urteil, über das unter anderem die BBC berichtet, sorgt in den USA für große Empörung. Und das hat gleich mehrere Gründe: Der Richter nannte dem Vergewaltiger auch noch die Adresse seines früheren Opfers und er ordnete an, die Frau habe sich von ihrem jetzigen Wohnsitz in Florida zurück nach Michigan zu begeben – zurück zu dem Mann, der sie missbrauchte.

Und das alles, obwohl Christopher M. auch nach seiner Tat von 2008 und einer ersten Gefängnisstrafe noch mal wegen Vergewaltigung Minderjähriger einsitzen musste!

Vergewaltiger wollte Vaterschaft gar nicht erstreiten

Absurd ist ebenfalls, dass der Fall gar nicht auf die Initiative von Christopher M. zurückgeht. Anwältin Rebecca Kiessling, die das Opfer von M. von 2008 vertritt, sagte den „Detroit News“, das Verfahren sei erst ins Rollen gekommen, nachdem ihre Mandantin staatliche Unterstützung beantragt habe. Praktisch als eine Art Automatismus der Bürokratie wurde weiter verhandelt. Eine DNA-Analyse bestätigte die Vaterschaft des Vergewaltigers. Auch Christopher M.s Anwältin sagte, ihr Mandant habe das Verfahren nicht forciert.

M. ist in den USA als Sexualstraftäter registriert. Minderjährigen darf er sich nur unter Aufsicht eines „verantwortungsvollen Erwachsenen“ nähern. Trotzdem will Rebecca Kiessling weiter gegen das Urteil kämpfen. Ihrer Meinung verstößt es gegen den Rape Survivor Child Custody Act – ein Gesetz von 2015 der Obama-Regierung, das Missbrauchsopfer unter besonderen Schutz stellen soll.

Wie Christopher M. mit seinen neu gewonnenen Rechten umgehen will, ist indes unklar. Seine Anwältin sagte: „Ich weiß nicht, was er vorhat und ob er in Zukunft eine Beziehung zu dem Kind plant. (ba)

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