Mann gönnt sich sieben Jahre Feierabendbier – warum er das Pfand nicht wegbringt, macht betroffen

Ein Mann bringt sieben Jahre lang keine Pfandflaschen weg. (Symbolbild)
Ein Mann bringt sieben Jahre lang keine Pfandflaschen weg. (Symbolbild)
Foto: imago/Norbert Schmidt

Görlitz. Ein Mann trinkt sieben Jahre lang nach der Arbeit sein Feierabendbier. Weil er seine Miete nicht mehr zahlt, kommt es zur Zwangsräumung.

Der Vermieter und der Gerichtsvollzieher trauen dabei ihren Augen nicht. Auf den 55 Quadratmetern finden sie Tausende leere Bierflaschen. Insgesamt sollen es etwa 6500 Stück sein. Das berichtete die Bild.

Als die Tür geöffnet wird, kommt den Männern Papier- und Plastikmüll entgegen. Der ganze Flur ist voll damit. Die anderen Zimmer sind kaum betretbar, denn die Bierflaschen stapeln sich auf dem Fußboden wild übereinander. Auf jeder möglichen Oberfläche stehen die Glasflaschen vom Feierabendbier.

Dazwischen sind noch einige Möbelstücke und Elektrogeräte zu erahnen. Sie sind das einzige Anzeichen dafür, dass hier wirklich mal jemand gewohnt hat.

Feierabendbier getrunken, Flasche behalten

Der Mieter habe seine Flaschen über sieben Jahre gesammelt. Pro Abend habe er zwei bis drei Flaschen Feierabendbier getrunken.

„Erst fehlte mir der Anstoß, die Flaschen wegzubringen, später schämte ich mich. Ich bildete mir ein, die Nachbarn denken schlecht von mir, wenn ich so viel Leergut wegbringe“, sagte der Mann.

Die Bierflaschen nehmen ihm den Lebensraum weg

„Ich war das vergangene Jahr nicht mehr in der Wohnung, weil kein Platz mehr war, zahlte die letzten drei Monate keine Miete“, erzählt der Mann. Er sei zu seiner Freundin gezogen, die seine Wohnung nie betreten hätte.

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Das Geld für die Pfandflaschen bekommt der Mann nicht zurück. Die Bierflaschen füllten einen 7,5 Kubikmeter großen Container.

Vermieter und Gerichtsvollzieher brachten den auf die Müllhalde. Das Einlösen des Pfandes erschien der Räumfirma zu umständlich.

Hätte er die Flaschen zurückgegeben, hätte er mit etwa 600 Euro rechnen können. Nun müsse er statt dessen die Kosten für die Räumung seiner ehemaligen Wohnung erstatten. (vh)

 
 

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