Manipulations-Vorwürfe! „Tagesschau“ stellt Buhrufe gegen Donald Trump absichtlich lauter

Trump wirbt in Davos um Investitionen in den USA

Bei seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat US-Präsident Donald Trump um Investitionen in den USA geworben. Sein Land sei für Welthandel, erklärte Trump, er müsse allerdings fair und...

Bei seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat US-Präsident Donald Trump um Investitionen in den USA geworben. Sein Land sei für Welthandel, erklärte Trump, er müsse allerdings fair und...

Beschreibung anzeigen
  • Ein Beitrag der ARD-“Tagesschau“ steht in der Kritik, unzulässig manipuliert worden zu sein
  • In dem Beitrag über Donald Trump wurde der Ton von Buh-Rufen durch den Sender bewusst verstärkt
  • Der Sender hält die Veränderung für legitim und notwendig

Berlin.  Bei einer Pressekonferenz in Davos wurde US-Präsident Donald Trump von Journalisten ausgebuht. Diese Buh-Rufe sollten in einem Bericht dazu in der ARD-„Tagesschau“ besonders hervorgehoben werden – und so wurde kurzerhand an dieser Stelle der Ton lauter gedreht.

Die ARD spricht von journalistischer Genauigkeit, Kritiker sehen darin eine unzulässige Manipulation.

Sender steht zu Veränderung im Ton

Bei der Pressekonferenz auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos nannte Donald Trump die Presse „hinterhältig, gemein, bösartig, falsch“ – und wurde dafür prompt von den anwesenden Journalisten ausgebuht.

In der Berichterstattung darüber hat die ARD in ihrem Beitrag in der „Tagesschau“ den Tonpegel dieser Buh-Rufe erhöht. Nur kurze Zeit nach einem Tweet mit dem Link zum entsprechenden Beitrag, gibt der Sender die Veränderung offen zu.

Der genannte Grund: „Nur so können wir widerspiegeln was unsere Korrespondenten berichtet haben. Das Mikrofon im Raum hat vor allem Trump aufgezeichnet und nur wenig von der Atmosphäre im Saal.“ Laut ARD also ein legitimer Eingriff.

Kritiker sprechen von Manipulation

Kritiker sehen das ganz anders: „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt wendet sich in einem Tweet direkt an den „Tagesschau“-Chef und spricht von einer „klaren Grenzüberschreitung bei einer Nachrichtensendung“. „Und schwer vorstellbar, dass Sie dasselbe bei Applaus getan hätten“, heißt es weiter.

Darum geht es beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Darum geht es beim Weltwirtschaftsforum in Davos
Darum geht es beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Mit diesem Zweifel ist Reichelt nicht alleine. Auch ein anderer User des Kurznachrichtendienstes bemerkt ironisch: „Dafür macht Ihr dann beim nächsten Merkel-Auftritt die Buhrufe etwas leiser. So kennen und lieben wir Euch.“ Andere Kommentatoren sprechen gar von Propaganda.

Reaktion des „Tagesschau“-Chefs

Das alles wollte „Tagesschau“-Chefredakteur Kai Gniffke nicht unkommentiert lassen und reagierte am gestrigen Samstag mit einem Statement auf dem Blog der „Tagesschau“. Laut Gniffke sei ein solcher Eingriff in den Ton eines Beitrags keinesfalls unzulässig.

--------------

Das könnte dich auch interessieren:

ARD stellt Reporter mitten in den Hurrikan – und kassiert dafür viel Kritik im Netz

Ex-„Tagesschau“-Sprecherin Susan Stahnke meldet Insolvenz an

Kandel: Deshalb berichtete die Tagesschau nicht über die erstochene 15-Jährige

--------------

„Wenn ein Korrespondent die Information vermittelt, dass der US-Präsident ausgebuht worden ist, dann muss er das belegen“, heißt es in dem Blog-Eintrag.

Die Veränderung des Tonpegels sei eine gewöhnliche Vorgehensweise und unterscheide sich nicht von der Vergrößerung oder Markierung von Bildausschnitten, wie sie im Print-Bereich üblich sind.

Kai Gniffke geht sogar noch einen Schritt weiter und macht deutlich, dass der kritisierte Eingriff für ihn nicht nur ein legitimer, sondern gar ein notwendiger Schritt war, indem er weiter sagt: „Niemand käme hier auf die Idee, dies Manipulation zu nennen, sondern eher journalistische Präzision.“ (alka)

 
 

EURE FAVORITEN