Gruppenvergewaltigung auf Mallorca: Zeuginnen erzählen, wie sie den Abend erlebt haben

Drei deutsche Touristen, die an einer Gruppenvergewaltigung beteiligt waren, werden von der Guarda Civil ins Gericht geführt.
Drei deutsche Touristen, die an einer Gruppenvergewaltigung beteiligt waren, werden von der Guarda Civil ins Gericht geführt.
Foto: Clara Margais/dpa

Palma de Mallorca. Vier Männern aus Deutschland drohen 15 Jahre Haft auf Mallorca wegen einer Vergewaltigung. Zwei von ihnen sind laut „Bild“ nach ihrer Vernehmung durch den Haftrichter in U-Haft. Zwei sind auf freiem Fuß.

Insgesamt seien damit vier verdächtige Deutsche am Morgen dem Haftrichter vorgeführt worden. Allen werde „sexuelle Aggression“ vorgeworfen, so der Sprecher. Nun äußerten sich Familienmitglieder der zwei Tatverdächtigen in U-Haft.

Gruppenvergewaltigung Mallorca: Mutmaßliche Täter festgenommen

Die spanische Polizei hatte vier Jugendlichen am Donnerstagmorgen am Flughafen Son Sant Joanin Palma de Mallorca festgenommen, bevor sie sich auf den Weg zurück nach Deutschland machen konnten.

Die jungen Männer wollten die Polizei offenbar verwirren. „Sie haben sich aber auf dem Flughafen getrennt, um uns zu verwirren. Das haben sie allerdings nicht geschafft“, erzählt die Polizeisprecherin.

Familie fordert „Unterstützung“ vom Staat

Die „Bild“ berichtete, dass es sich bei den Tatverdächtigen um einen Studenten und einen Soldat aus dem Raum Kassel handele. Ein Bruder des Studenten sagte gegenüber der Zeitung: „Wir hoffen sehnlichst, dass endlich alles geklärt wird. Yakub sitzt da zu Unrecht! Wir fordern Unterstützung vom deutschen Staat, damit das alles aufgeklärt wird.“

Der Bruder achte sehr auf sein Äußeres, gelte als attraktiv. „Er hat es nicht nötig, eine Frau zu vergewaltigen“, sagte er weiter im Gespräch mit der Zeitung.

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Tatverdächtige bestreiten die Tat

Einer der Männer sei am Donnerstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden sein. Er habe ein Alibi vorlegen können, soll zur Tatzeit mit einem anderen Mädchen in einem anderen Hotelzimmer gewesen sein. Dafür wurde am Freitag ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen.

Nach Berichten von Regionalmedien, die sich auf Behördenquellen berufen, haben die Verdächtigen in einem ersten Polizeiverhör die Tat bestritten. Sie hätten eingeräumt, es habe mit der Deutschen Geschlechtsverkehr gegeben, der sei aber „einvernehmlich“ gewesen.

Mutmaßliche Vergewaltigung auf Mallorca: Opfer erstattet sofort Anzeige

Dem Bericht zufolge wehrte sich die Deutsche gegen die Tatverdächtigen, woraufhin sie von zwei Männern vergewaltigt worden sein soll. Die beiden anderen sollen nach Angaben der 18-Jährigen die Tat entweder gefilmt oder Fotos gemacht haben.

Nachdem das Opfer das Hotel verlassen hatte, suchte es sofort die Polizei auf, um Anzeige zu erstatten. Bei einer Untersuchung bestätigten die Ärzte, dass sexuelle Gewalt angewendet worden war. Bei einer erneuten forensischen Untersuchung konnte laut „Bild“ deutliche Hinweise auf eine erfolgte Vergewaltigung nachgewiesen werden.

Gerüchte über die Identität der Männer nicht bestätigt

Zum Alter und zur Identität der Verdächtigen, die am Freitag in einer Wache der Guardia Civil in Artà weiter hinter Gittern saßen, wurde ebenfalls nichts mitgeteilt.

Die Zeitungen „Diario de Mallorca“ und „Ultima Hora“ schrieben am Samstag, neben den vier deutsch-türkischen Verdächtigen seien etwa zehn Zeugen verhört worden, um den Tathergang zu klären.

Zeuginnen erzählen anderslautende Version des Abends

Zwei Zeuginnen haben inzwischen dem Fernsehsender RTL erzählt, dass sie sich eine Gruppenvergewaltigung nicht vorstellen können. Zwei der Verdächtigen hätten den Abend mit ihnen am Strand verbracht. Auch die beiden Hauptverdächtigen, die ohne Möglichkeit auf Kaution in U-Haft seitzen, würden die beiden kennen. Ihnen gegenüber seien die Männer respektvoll und zurückhaltend gewesen, auch am besagten Abend.

Das mutmaßliche Opfer hätten sie ebenfalls gekannt und auch gesehen, als die Vergewaltigung gerade passiert sein sollte. Da habe die junge Frau völlig normal und gefasst gewirkt. Erst später, gegen 4.45 Uhr am Morgen, habe sie sehr geweint. Warum, wissen die beiden Zeuginnen nicht.

Diesen Angaben steht natürlich die Aussage des mutmaßlichen Opfers weiterhin entgegen – gestützt durch die ärztlichen Befunde, nach denen der jungen Frau sexuelle Gewalt angetan worden sein soll.

Die Tatverdächtigen seien bekannt

„Wegen der laufenden Ermittlungen dürfen wir dazu überhaupt nichts sagen“, so die Polizeisprecherin. Auf Anfrage teilte das Auswärtige Amt mit, die Festnahmen seien bekannt.

Weitere Angaben werde man aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen nicht machen. (cs/ses/lin/dpa)

 
 

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