„Es war dramatisch“: Maddie McCanns Vater spricht Klartext – so schrecklich war die Nacht, in der seine Tochter verschwand

Seit 11 Jahren fehlt von Madeleine McCann jede Spur.
Seit 11 Jahren fehlt von Madeleine McCann jede Spur.
Foto: dpa

London. Der Fall Madeleine McCann ist beispiellos: Seit über 11 Jahren wird das britische Mädchen vermisst, es sollen mehr als 12 Millionen Euro in die Suche nach ihr geflossen sein.

Jetzt gibt Gerry McCann, Maddies Vater, erstmals ein großes Interview. Mit dem Radiosender BBC Radio 4 spricht er über die besondere Beziehung zu seiner Tochter und von der Nacht, in der sie verschwand. Und darüber, wie viel Hoffnung er noch auf ein Wiedersehen mit Maddie hat. Das Mädchen wäre in diesem Jahr 15 Jahre alt geworden.

„Was auch immer passiert ist: Ich bin sicher, sie lebt. Ich stelle mir vor, dass ich sie umarme und sie festhalte“, sagt McCann BBC Radio 4.

Das Interview wird immer emotionaler, am Ende kann der Familienvater seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Er berichtet von Koliken, die die kleine Maddie nach dem Essen immer hatte und darüber, wie er und seine Frau die Schmerzen linderten: „Kate und ich wechselten uns dann ab, um sie zu trösten. Ich hielt sie an meiner Brust, streichelte ihr den Rücken, und ich erinnere mich, dass sie an meinen Brusthaaren zog.“

Wie nah sich Gerry McCann und Madeleine standen standen, zeigt folgende Aussage des Vaters: „Sie war wie ein Wunder für uns, auch wenn sicher alle Eltern das von ihren Kindern denken. (...) Ich war auch meist derjenige, der sie abends ins Bett brachte, ihr Gute-Nacht-Geschichten vorlas. Ich lag bei ihr am Bett, wir schauten auf die Sterne, die oben an der Decke leuchteten.“

Bis sich am 3. Mai 2007 alles veränderte. Die McCanns waren mit Freunden in einem Restaurant essen. In derselben Ferienanlage lag das Appartement, das die McCanns während ihres Urlaubs in Portugal bewohnten. Die Kinder, Madeleine und ihre zwei Geschwister, schliefen in ihren Betten. Doch als Gerry McCann nach ihnen sah, war Maddie nicht mehr in ihrem Bettchen - seitdem fehlt von dem Kind jede Spur.

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Gerry McCann: „Die erste Nacht war der reine Horror“

„Es dauerte eine Ewigkeit, bis die Polizei endlich kam und unsere Aussagen aufnahm“, erinnert sich McCann. Danach seien er und seine Frau „völlig verzweifelt“ in der Ferien-Wohnung gesessen. „Ich bekam diese dunklen Bilder nicht aus dem Kopf, dass jemand sie mitgenommen hatte und sie missbrauchte“, offenbart er der BBC.

Im Interview spricht Gerry McCann auch über die wohl schlimmste Nacht seines Lebens: „Die erste Nacht war der reine Horror, wir konnten natürlich nicht schlafen, waren völlig von der Rolle. (...) Ich fühlte mich so krank und schwach wie noch nie, konnte nichts essen, kaum etwas trinken, nicht schlafen. Dann gab es diese Adrenalin-Schübe, aber auch Angst, Unruhe (...) Es war dramatisch.“

„Wir fühlen uns, als wären wir kurz vor dem Ertrinken, strampelten mit den Beinen, um unsere Nasen über Wasser zu halten“, verrät McCann, wie hilflos er sich damals fühlte.

Auch wenn so viel Zeit vergangen ist: Er gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Maddie nicht auf. „Was auch immer passiert ist: Ich bin sicher, sie lebt. Ich stelle mir vor, dass ich sie umarme und sie festhalte“, sagt McCann BBC Radio 4. „Ich habe das Gefühl - und das ist nur ein Gefühl -, dass wir uns wiedersehen. Irgendwann.“

 
 

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