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Macht „Switch Reloaded“ rüber zur ARD?

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Foto: Getty Images
Das Erste sitzt auf dem „Satire-Gipfel“. Aber unterhalb des Spitzenkabaretts gähnt eine Wüste der Humorlosigkeit. Das soll jetzt anders werden. Wie es heißt, soll „Switch Reloaded“ zur ARD rübermachen.

München. 

Sicher, das Erste weilt auf dem „Satire-Gipfel“. Nur, Gastgeber Dieter Nuhr ist in der ARD ziemlich einsam in den Höhen des gehobenen Unsinns. Zu dieser Erkenntnis ist inzwischen auch Programmchef Volker Herres gekommen. Der Problem-Druck stieg, seit das Zweite mit der „heute-show“ Spaß und Niveau erfolgreich vereinte. Jetzt soll’s bei der ARD ein Ableger von „Switch Reloaded“ richten. Die Sache hat nur einen Nachteil: Die Idee stammt von der Konkurrenz.

Wie es heißt, arbeitet die Herres-Truppe daran, die „Switch“-Mitglieder Martina Hill, Max Giermann und Martin Klempnow vom jungen Münchner Sender ProSieben zur eher grauhaarigen ARD rüberzulotsen. Die Drei von der Schwankstelle sollen weiter TV-Prominenz parodieren. Das bescherte ihnen bisher mehrere Comedypreise; am Grimme-Preis schrammte „Switch Reloaded“ zweimal knapp vorbei. Der Titel der ARD-Version soll dem Charakter des Senders entsprechen. Im Gespräch ist „Das Ernste“. Als Sendeplatz winkt der späte Samstagabend.

Switch Reloaded bringt Pro 7 ordentliche Quoten

Sollte es so kommen – es wäre eine Herausforderung: Die drei Comedians träten gegen die Pausenclowns von RTL an, die erfolgreich zwischen den Früh- und Spätblöcken von Castingshows wie „Das Supertalent“ und „DSDS“ fuxen.

Und ProSieben? Die Begeisterung bei der Nr. 5 im TV-Markt über das Vorgehen der ARD wirkt verhalten. Ein Sendersprecher, immerhin, ließ sich entlocken: „Wir wollen weitermachen.“ Wer bei der sechsten Staffel dabei ist, wie viele Folge es gibt, wann die Staffel läuft – allerorten drehen sich Fragezeichen.

Fest steht indes, dass „Switch Reloaded“ ProSieben nicht nur Ruhm, sondern, für einen werbefinanzierten Sender wichtiger, auch ordentliche Quote bescherte. Das Format hatte zuletzt ordentliche Quoten eingefahren – gerade beim jungen Volk. Bei der letzten Staffel lagen sie im Schnitt bei 12,8 Prozent. Ob das auch im Ersten so bleibt?