London versinkt im Schneechaos

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London. Der heftigste Wintersturm seit Jahrzehnten hat Großbritannien in eine dicke Schneedecke gehüllt und London im Verkehrschaos versinken lassen. Busse fuhren nicht, die U-Bahn stand still, Start- und Landebahnen in Heathrow waren gesperrt.

Der heftigste Wintersturm seit fast zwei Jahrzehnten hat weite Teile Großbritanniens in eine dicke Schneedecke gehüllt und London im Verkehrschaos versinken lassen. In der Millionenmetropole fuhren am Montag im morgendlichen Berufsverkehr keine Busse mehr, obendrein waren fast alle U-Bahn-Linien lahmgelegt. Am Flughafen Heathrow wurden vorübergehend beide Start- und Landebahnen geschlossen, bis zum späten Nachmittag fielen über 650 Flüge aus.

Ein zyprischer Airbus mit 104 Passagieren rutschte in Heathrow von der Rollbahn, doch die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Auf dem kleineren City Airport wurde der Betrieb komplett eingestellt, auf den Flughäfen Gatwick und Stansted kam es zu erheblichen Verspätungen.

25 Zentimeter Schnee

Am schwersten betroffen war nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes Südostengland. In den Grafschaften Kent, Surrey und Sussex fielen bis zu 25 Zentimeter Schnee. In hunderten Schulen fiel der Unterricht aus. Bis zum Abend waren noch weitere Schneefälle vorhergesagt, später sollte der Schnee in Regen und Graupel übergehen, was am Dienstagmorgen zu eisglatten Fahrbahnen und einem neuerlichen Verkehrschaos führen könnte.

In London lag der Schnee zehn Zentimeter hoch und verwandelte die Stadt in eine hübsch anzuschauende Winterlandschaft. Kinder fuhren Schlitten auf abschüssigen Straßen und in Parks, auch Erwachsene lieferten sich Schneeballschlachten und bauten Schneemänner.

Für Pendler war die Lage indessen nicht so lustig. Sie saßen lange an ihren U-Bahn-Stationen fest oder steckten im Stau. Es kam zu zahlreichen Unfällen, bei denen mehrere Menschen leicht verletzt wurden.

Schneepflüge fehlen

Derartig heftige Wintereinbrüche sind in England mit seinem maritim geprägten Klima die Ausnahme. «Wir sind doch nicht in Russland», schimpfte denn auch Guy Pitt, Sprecher der Londoner Verkehrsbetriebe. «Wir haben keine Infrastruktur für ständigen Schneefall aufgebaut.»

Londons Bürgermeister Boris Johnson räumt ein, dass es der Hauptstadt an Schneepflügen fehle. «Man kann Geld in Schneepflüge investieren, und dann braucht man sie ein paar Jahrzehnte lang nicht.»

Der frühere Bürgermeister Ken Livingstone erklärte, sein Nachfolger Johnson habe genügend Zeit gehabt, sich für den Wintereinbruch vorzubereiten, der bereits in der vergangenen Woche vorhergesagt wurde. «Es hat noch nie einen einzigen Tag gegeben, an dem der Busverkehr wegen schlechten Wetters ausfiel. Nicht ein Mal in 100 Jahren», schimpfte Livingston in einem BBC-Interview.

Mehr als 300 Kilometer Stau rund um Paris

Auch im Norden Frankreichs, insbesondere im Großraum von Paris, sorgte der Wintereinbruch am Montag für einen Verkehrskollaps. Wegen der Schneedecke von fünf Zentimetern blieben die Busse auf den eisglatten Straßen der Hauptstadt stecken, tausende Kinder kamen nicht zur Schule. In Paris und auf den Zubringerautobahnen bildeten sich mehr als 300 Kilometer Stau.

Auch der Flugverkehr war erheblich beeinträchtigt. Air France stornierte 30 Flüge am Flughafen Charles de Gaulle, in Orly im Süden der Hauptstadt starteten die Maschinen mit rund zwei Stunden Verspätung.

Der gesamte Norden von den Ardennen bis in die Bretagne war betroffen, teilweise fielen neun Zentimeter Schnee. Obwohl die Niederschläge am Sonntag angekündigt worden waren und der Wetterdienst Warnungen ausgegeben hatte, waren die meisten Straßen am Montag nicht gestreut. (ap)

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