London erlebt einen Fahrrad-Boom

London.  Wenn es noch einen Beweis bräuchte, dass die Londoner fahrradbegeistert geworden sind, dann kann man es an diesem Wochenende erleben: Die britische Hauptstadt rüstet sich für das größte Fahrradfestival der Welt, das „Prudential RideLondon 2014“. Mehr als 70 000 Teilnehmer in verschiedenen Rennen und mehrere hunderttausend Zuschauer werden am Samstag und Sonntag in London erwartet.

Der Mix von Massen- und Spitzensport trifft den Ton der Zeit. Es ist nicht übertrieben, von einer Fahrrad-Revolution in der Kapitale zu sprechen.

Nicht immer war Radfahren so populär. Erreichte die Zahl der Velofahrten einen Höhepunkt in den 50ern, so setzten Londons Verkehrsplaner später aufs Auto.

Die City-Maut für Autofahrer scheint indes die Renaissance des Radfahrens begünstigt zu haben. Jetzt blickt so mancher im Stau steckende Autofahrer neidisch auf die Radfahrer, die an ihm vorbeiflitzen. Im letzten Jahrzehnt stiegen immer mehr Londoner, vor allem Pendler, aufs Fahrrad um. In dieser Zeit hat sich die Zahl der Velofahrten mehr als verdoppelt. Einen Effekt hatte dabei sicherlich auch der Bombenanschlag auf die Londoner U-Bahn vom 7. Juli 2005. Man weiß: An dem Tag, als vier Selbstmord-Bomber den größten Terroranschlag auf London verübten, schnellte der Verkauf von Fahrrädern ums Vierfache in die Höhe. Sorgen macht jedoch die hohe Zahl schwerer Unfälle. 2012 gab es 14 Todesfälle – trauriger Rekord. Londons Bürgermeister Boris Johnson hat ein milliardenschweres Programm angeschoben, um die Sicherheit von Radlern zu verbessern: durch Radwege, Sicherheitskampagnen und Verkehrserziehung.

 
 

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