Gefährlicher Fund in Fleisch – vor allem ein Discounter schneidet mies ab

Bei allen Discountern, auch bei Lidl und Aldi, fand Germanwatch multiresistente Erreger. (Symbolbild)
Bei allen Discountern, auch bei Lidl und Aldi, fand Germanwatch multiresistente Erreger. (Symbolbild)
Foto: imago images / Chris Emil Janßen

Die Zahlen sind schockierend. Eine Verbraucherschutzorganisation testete das Hähnchenfleisch von allen bekannten Discountern in Hinblick auf antibiotika-resistente Erreger. Germanwatch testete auch das Fleisch von Aldi und Lidl.

Von den 59 getesteten Portionen fand Germanwatch in mehr als jeder zweiten Probe antibiotika-resistente Erreger. Jede fünfte Probe zeigte sogar mehrere Resistenzen auf. Mehr als jede dritte Probe sei sogar gegen Reserveantibiotika resisitent.

Mediziner verschreiben Reserveantibiotika nur selten an Menschen. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn normale Antibiotika nicht mehr anschlagen. Die Zahlen seien alarmierend, sagt Reinhild Benning von Germanwatch.

Nicht nur das Fleisch von Aldi schneidet schlecht ab

Für die Tests bestellte die Verbraucherschutzorganisation von fünf verschiedenen Discountern jeweils zwölf Portionen Hähnchenfleisch. Dabei kam keines der Lebensmittelgeschäfte gut weg.

  • Bei Penny waren 80 Prozent der Proben kontaminiert
  • Bei Aldi waren es 74 Prozent
  • Bei 50 Prozent des Netto-Hähnchenfleischs machten die Experten Antibiotika-Resistenzen fest
  • Lidl und Real schnitten mit rund 30 Prozent kontaminierter Proben noch am wenigsten schlecht ab
  • In nur einer von elf untersuchten Öko-Schlachtereien fand Germanwatch einen multiresistenten Keim

Schlechte Haltungsbedinungen sorgen für zu viel Antibiotika-Gabe

„Menschen können sich antibiotikaresistente Keime aus Massentierhaltungen unter anderem über Lebensmittel oder über die Ausdünstungen aus Tierfabriken einfangen“, sagt Gerd Ludwig Meyer, Facharzt für innere Medizin in Nienburg/Weser.

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Die Resistenzraten würden nur dann sinken, wenn Tierärzte aufhören würden, die schlechten Haltungsbedingungen in der Fleisch- und Milchproduktion mit der Verschreibung von Antibiotika zu kompensieren.

Damit das passieren kann, müsste Fleisch teurer werden. Die Niedrigpreise in den Discountern würden Mensch und Tier ausbeuten, heißt es bei Germanwatch. (vh)

 
 

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