Letzte Pirsch für Hardy Krüger jr. bei „Forsthaus Falkenau“

Andreas Böhme
Als Fernsehförster nun im Ruhestand: Hardy Krüger jr. (hier mit Gisa Zach).
Als Fernsehförster nun im Ruhestand: Hardy Krüger jr. (hier mit Gisa Zach).
Foto: ZDF
Die beliebte TV-Reihe „Forsthaus Falkenau“ wird am Freitag eingestellt - nach 25 Jahren im ZDF-Programm. Dem Hauptdarsteller Hardy Krüger Jr. schmeckt das keineswegs, schließlich war die Quote gut. Doch Krüger hat schon neue Pläne für das Leben nach der Rolle als Fernsehförster.

Köln. Das ZDF will ja jünger werden. Deshalb schließt das Forsthaus Falkenau nach fast 25 Jahren am Freitag für immer seine Pforten. Doch während Fernsehförster Stefan Leitner nun Hartz IV droht, hat sein Darsteller Hardy Krüger jr. schon neue Pläne. Trotzdem hängt er die Försterjacke eher widerwillig an den Haken, hätte gerne noch weitergemacht. Er ärgert sich über die Einstellung der Serie: „Das ist schon enttäuschend nach so vielen Jahren erfolgreicher Arbeit.“

Irgendwie ist das ja auch schwierig zu verstehen mit dem „jünger werden“. „Wir haben viele Veränderungen vorgenommen“, erzählt der 46-Jährige und spricht von ganz neuen Strukturen. „Wir haben hart an einer Modernisierung gearbeitet. Die Serie hatte nichts mehr mit verstaubtem Heimatfilm zu tun, das war Fernsehen für die ganze Familie mit Themen aus dem Alltag.“

Immer weniger Sendungenfür ältere Zuschauer

Und es kam an. Bis zu 16,4 Prozent Marktanteil am Vorabend hatte die Reihe, mehr als vier Millionen Zuschauer schalteten ein. „Die Quote war ja gut“, sagt Krüger jr. Deshalb kam die Absetzung auch für ihn „sehr überraschend.“ Nicht mal ein vernünftiges Ende hat man dem Forsthaus gegönnt. „Die Serie ist nicht wirklich abgeschlossen, da unbekannt war, dass es sich um das Serienende handeln wird. Sonst hätte man einiges sicher anders gemacht.“

„Schade“ für die Fans findet Krüger jr. das und fragt sich „wie das ZDF das Hauptpublikum – ältere Leute – jetzt unterhalten will“. „Eine Alternative scheint ja nicht da zu sein.“ Selbst wenn, wird das junge Publikum schwierig einzufangen sein. „Die Kids“, weiß er offenbar aus eigener Erfahrung, „sind ja lieber im Internet unterwegs.“

Aber es gibt ja nicht nur ein Leben vor, sondern auch hinter der Kamera. Vor Kurzem hat er erstmals einige seiner vielen Fotos ausgestellt, die er bei seinen Reisen rund um die Welt von Landschaften und Menschen gemacht hat. Nichts Gestelltes ist darunter: „Das sind alles Situationen, die sich so vor meinen Augen abgespielt haben“, sagt Krüger jr. und schwärmt von „magischen Momenten“. Von Momenten, in denen alles stimmt, nichts vorhersehbar und kontrollierbar ist. „Das macht für mich den Reiz der Fotografie aus.“

Und auf die Bühne geht es auch wieder zurück. Sehr zur Freude des Schauspielers. „Das ist mein Ding.“ Weil dort jeder Schauspieler in gewissem Maß sein „eigener Regisseur ist“. Abtauchen wird Krüger jr. dort, denn: „Wir werden Lothar Buchheims „Das Boot“ als Theaterstück aufführen und damit auch auf Tournee gehen.“ 13 Mann in einem Mikrokosmos aus Stahl in den Tiefen des Meeres. Wo sie kämpfen, sich fürchten und irgendwann den Sinn ihrer Mission hinterfragen. „Ich freue mich sehr darauf.“

Es verändert sichviel beim Fernsehen

Ein neues Engagement beim Fernsehen will der in Lugano geborene Künstler bei aller Verärgerung über das plötzliche Forsthaus-Ende nicht ausschließen.

Das kann, muss aber nicht bei einem öffentlichen-rechtlichen Sender sein. Es muss nicht mal bei einem der großen privaten Fernsehsender sein. „Es verändert sich viel in den nächsten Jahren“, glaubt Krüger jr. mit Blick auf den US-Fernsehmarkt, wo Videodienste und Internet-Portale längst eigene Serien in Auftrag gegeben und dafür hohe Einschaltquoten und viel Kritikerlob kassiert haben. Aufregende Projekte hat Krüger jr. da entdeckt, mit „vielen interessanten Rollen“.

Mittelalterlicher Held oder intriganter Politiker im 21. Jahrhundert, Krüger jr. will grundsätzlich erst einmal nichts ausschließen bei möglichen Angeboten. Mit einer Einschränkung: „Mir ist es wichtig, Dinge zu machen, die authentisch sind. Ich will mich einfach nicht verbiegen.“