Kitas streichen Schweinefleisch vom Speiseplan und erhalten Drohungen – „Kita-Leitung gehört fristlos entlassen“

In zwei Kitas in Leipzig gibt es kein Schweinefleisch mehr.
In zwei Kitas in Leipzig gibt es kein Schweinefleisch mehr.
Foto: Imago Images / CHROMORANGE

Leipzig. Ab sofort gibt es kein Schweinefleisch mehr in der Kita! So lautet die neue Regel zweier Kindertagesstätten im sächsischen Leipzig, die für mächtig Wirbel sorgte.

Jetzt folgt offenbar der Rückzieher. „Liebe Eltern von Konfuzius und Rolando Toro Kindergarten, wir haben festgestellt, dass unsere Entscheidung, in unseren beiden Kindergärten auf Schweinefleisch zu verzichten, viel Öffentlichkeit erzeugt hat. Aus diesem Grund setzen wir diese Entscheidung aus und werden dieses Thema zu den ersten Elternabend im neuen Kitajahr im August auf die Tagesordnung setzen“, teilte das Leitungsteam des Leipziger Kindergartens den Eltern am Dienstag mit. Darüber berichtet die „Bild“

Kita in Leipzig: Schweinefleisch vom Speiseplan gestrichen

Der neue Speiseplan ohne Schweinefleisch ist vor rund einer Woche in Kraft getreten. Betroffen sind die Konfuzius-Kita sowie die Rolando-Toro-Kita, wie „Bild“ berichtet. Das Ganze sorgt nun für heftige Diskussionen. Eine der beiden Kitas wird jetzt sogar bedroht.

„Aus Respekt gegenüber einer sich verändernden Welt werden ab dem 15. Juli nur noch Essen und Vesper bestellt und ausgegeben, die schweinefleischfrei sind ...“, soll die Leitung der Konfuzius-Kita den Eltern über die neuen Essgewohnheiten mitgeteilt haben.

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Kita: Kein Schweinefleisch mehr - das ist der Grund für die Maßnahme

Darüber hinaus gelten die Regeln ab sofort auch für Süßigkeiten wie Gummibärchen, die Gelantine enthalten. Offenbar, so heißt es in Insiderkreisen, hat die Leitung diesen Beschluss aus Rücksicht zweier muslimischer Kinder getroffen. Insgesamt sind in den beiden Einrichtungen laut „Bild“ 300 Kinder gemeldet.

Kita-Chef Wolfgang S. sei sich sicher, dass dadurch keines der Kinder leiden werde, obwohl es bereits Eltern gebe, die ihr deutsches Essen forderten. Die Entscheidung sei aber gefallen.

In der Tat stößt diese Neuerung nicht bei allen auf Zustimmung.

Die Reaktionen auf das Kita-Verbot von Schweinefleisch:

  • „Ich dachte wir leben hier alle miteinander und alles wird schön, warum sollen die Kids denn nun auf Gummibärchen verzichten?“
  • „Die Kita Leitung gehört fristlos entlassen. Zum Geburtstag würde ich meinen Kindern Hackepeter Brötchen mit geben.“
  • „Unglaublich! Weihnachten wird bestimmt auch bald abgeschafft!“
  • „Da fällt mir doch glatt nen Stück von meinem Kassler Brötchen aus dem Gesicht...“

Doch nicht alle Reaktionen fallen so negativ aus.

Hier ein paar Gegenstimmen:

  • „Oh je. Was regt ihr euch denn auf? Ich finde das richtig so. Alle Eltern zahlen den gleichen Beitrag. Und dann sollen sie doch auch das Gleiche zu Essen bekommen. Erkläre mal einem Dreijährigen, dass er das Schweineschnitzel nicht essen soll. Der heult ...“
  • „Ist doch gut dass Sachen die ungesund sind vom Speiseplan gestrichen werden.“
  • „Schweinefleisch ist ungesünder ist als anderes Fleisch - vor allem ist die Qualität von konventionellem Schweinefleisch fraglich.“

Auch Politiker melden sich bereits zu Wort. So twitterte die Berliner Staatssekretärin palästinensischer Herkunft, Sawsan Chebli, zu dem Vorfall nun: „Schweinefleisch- oder Gummibärchenverbote, Wintermarkt statt Weihnachtsmarkt, Lichterfest statt Sankt-Martins-Fest, Festtagsgruß statt Frohe Weihnachten - liebe Alle: Ist nett gemeint, aber lasst es bitte! Tut es nicht für die Muslime. Ihre Seele wird damit nicht geheilt."

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner von der CDU plädiert auf eine ausgewohnene Ernährung, wie sie der "Bild" mitteilte. „Aber alle anderen für die Essgewohnheiten anderer, die auch mal gerne Schweinefleisch essen, in Mithaftung zu nehmen, ist nicht förderlich für ein gedeihliches Zusammenleben."

Kita verbietet Schweinefleisch: Leiter nicht erreichbar

Der Leiter der beiden Kindertagesstätten ist momentan übrigens weder telefonisch noch per Mail erreichbar. Dort heißt es in einer automatisierten Antwortmail, man werde sich in den nächsten Tagen melden.

Nach Schweinefleisch-Verbot: Kita erhält Drohungen

Das Speiseplan-Thema, das im Internet am Dienstag viral ging, hat nun auch Folgen für die betroffenen Kindertagesstätten. „Wir bekommen Drohungen“, sagte ein Mitarbeiter der Rolando-Toro-Kita der Leipziger Volkszeitung. Weiter darauf eingehen wollte der Mann allerdings nicht.

(jhe)

 
 

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