Künstlerin lässt sich Hunde-Zelle in ihre Eizelle einsetzen

Maja Smrekar sorgt mit einer Kunstaktion für Aufsehen.
Maja Smrekar sorgt mit einer Kunstaktion für Aufsehen.
Foto: Ars Electronica/ BORUT PETERLIN
Darf man eine menschliche Eizelle mit der Zelle eines Hundes bepflanzen? In Österreich sorgt eine preisgekrönte Kunstaktion für Ärger.

Linz.  In Österreich ist ein preisgekröntes Kunstprojekt zum Politikum geworden: Die slowenische Künstlerin Maja Smrekar ist dort mit einer Goldenen Nica ausgezeichnet worden, einem der ranghöchsten Kulturpreise Österreichs. Doch das Kunstwerk, für das sie geehrt wurde, gefällt nicht jedem.

Genauer gesagt handelt es sich bei „ARTE_mis“, so der Name des Projekts, auch um kein gewöhnliches Kunstwerk, sondern um ziemlich provokante Gentechnologie. Denn Smrekar ließ sich von Forschern eine Eizelle entnehmen, in die dann im Labor die Zelle eines Hundes gepflanzt wurde, nachdem sie zuvor entkernt worden war. Bei der Zelle handelte es sich laut dem Portal „Nachrichten.at“ um eine somatische Zelle, woraus sich keine Geschlechtszellen entwickeln können.

Mischwesen aus Mensch und Hund

Und was ist daran Kunst? Smrekar wollte mit der Aktion darauf aufmachen, dass ein Mischwesen aus Mensch und Hund theoretisch größere Überlebenschancen hätte, als der Mensch selbst. „Nicht zuletzt deswegen, weil dieses Mischwesen seine Umwelt humaner behandeln würde, als wir das tun“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ars Electronica, das den Wettbewerb veranstaltet hatte.

Diese Erklärung überzeugte die Jury offenbar so sehr, dass sie die Künstlerin mit einem Preis in der Kategorie „Hybrid Art“ auszeichneten – und das sorgt für ordentlich Ärger: Denn einige Politiker der Partei FPÖ halten von diesem Kunstverständnis relativ wenig.

Mit öffentlichen Geldern finanziert?

Sie richteten eine parlamentarische Anfrage an den SPÖ-Kultusminister. Wie „heute.de“ berichtet, wollen sie erfahren, warum im Rahmen der Kunst Gentechnik-Versuche stattfinden dürften, während sie in der Forschung verboten seien. Zudem hätten die Politiker um den FPÖ Nationalsratsabgeordneten Walter Rosenkranz gefragt, ob Smrekars Projekt womöglich mit öffentlichen Geldern finanziert wurde.

Beim Ars Electronica verteidigt man indes die Kunstaktion und gibt sich pragmatisch. Smrekar zeige „das Spannungsfeld der problematischen Gentechnologie und deren Manipulationen auf“, sagt der Chef des Kunsthauses Gerfried Stocker zu „Nachrichten.at.“ „Dass diese Diskussion nun öffentlich wird, beweist die Wichtigkeit und Relevanz dieses Themas.“

 
 

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