Kreuzfahrt: Erschreckende Erkenntnis – DAS ist das häufigste Verbrechen an Bord

Eigentlich ein Ort zum Urlaub machen, doch immer öfter Szene sexueller Übergriffe: Kreuzfahrtschiffe.
Eigentlich ein Ort zum Urlaub machen, doch immer öfter Szene sexueller Übergriffe: Kreuzfahrtschiffe.
Foto: dpa
  • Auf amerikanischen Kreuzfahrtschiffen steigen die Zahlen der Verbrechen
  • Immer mehr Opfer melden sich öffentlich zu Wort
  • Verkehrsministerium der USA hat jetzt das häufigste Verbrechen ausgewertet

Eigentlich soll eine Kreuzfahrt erholsam sein. Doch auch hier werden Urlauber nicht vor Verbrechen verschont.

Jetzt hat das Verkehrsministerium der USA die Häufigkeit von verschiedenen Delikten auf einer Kreuzfahrt ausgewertet. Die erschreckende Erkenntnis: Die Zahlen der sexuellen Übergriffe sind in den letzten Jahren stark gestiegen. 220 Fälle hat das Verkehrsministerium seit 2016 gezählt - berichtet das Portal „Reisereporter“.

Kreuzfahrt: Opfer packen aus

Doch die Opfer hinter den Zahlen bleiben nicht im Dunkeln. Ein Einzelschicksal erzählte jetzt die Passagierin Jane im Interview mit der „Miami New Times.“ Sie war mit ihrer besten Freundin 2017 mit dem Kreuzfahrtschiff „Celebrity Summit“ auf den Weg in die Karibik.

Es sollte ein Traumurlaub werden, doch bei einer Massage hat sich ein männliches Crew-Mitglied als Physiotherapeut ausgegeben und sie sexuell belästigt – das erzählte die Passagierin jetzt der „Miami New Times.“ Jane wehrte sich und als der Mann aufhörte, flüchtete sie in ihre Kabine.

Sexuelle Übergriffe: Ein Drittel der Opfer sind minderjährig

Das FBI meldet außerdem, dass etwa 30% der bekannten Fälle Minderjährige sind, die von alten Männern belästigt wurden.

Aber auch die Crewmitglieder fürchten die Übergriffe: Analia M. vom Schiff „Royal Carribean“ soll an Weihnachten 2015 von ihrem Kollegen im Casino brutal vergewaltigt worden sein. „Miami New Times“ wirft den Reederein jetzt vor, dass sie ja nur wegschauen würden.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Krank auf der Kreuzfahrt? Warum das zum teuren Problem werden kann

Kreuzfahrt: Gäste bleiben im Aufzug stecken – dann kommt es noch schlimmer

• Top-News des Tages:

Paar will in die Flitterwochen: Am Flughafen bekommen sie eine unglaubliche Nachricht

Fernsehgarten: Krasse Veränderung – Andrea Kiewel sieht jetzt aus wie...

-------------------------------------

Reedereien weisen jegliche Vorwürfe zurück

Die Kreuzfahrt-Unternehmen weisen darauf hin, dass sie das Personal für solche Übergriffe sensibilisiert haben.

Und genau da sieht das Portal „Reisereporter“ das große Problem: Es gibt keine Polizisten oder unabhängiges Sicherheitspersonal an Board. Der Kapitän entscheidet in solchen Fällen, was mit dem Täter passiert.

Doch noch viel schwieriger ist, dass niemand so genau weiß, welches Staatsrecht auf See gilt. Laut Autor und ehemaligem Kapitän Wolfgang Gregor sei die Tätersuche auf See „intransparent, vorschnell und nicht im Einklang mit üblichen kriminaltechnischen Verfahren.“

Doch diese Prozesse wollen nun die Abgeordneten aus Washington ändern: Sie fordern eine komplette Videoüberwachung auf dem Schiff. Außerdem soll bei einem Übergriff das FBI innerhalb von vier Sekunden angerufen werden. (el)

 
 

EURE FAVORITEN