Frau lässt im Krankenhaus die Geräte ihres Bruders abstellen – wenige Wochen später erhält sie einen unerwarteten Anruf

Eine Frau hat im Krankenhaus eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Wochen später erhält sie einen unglaublichen Anruf. (Symbolfoto)
Eine Frau hat im Krankenhaus eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Wochen später erhält sie einen unglaublichen Anruf. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Panthermedia

Im Juli letzten Jahres hat Shirell Powell einen folgenreichen Anruf aus einem New Yorker Krankenhaus erhalten. Der Inhalt des Telefonats schockierte sie zutiefst.

Krankenhaus: Frau erhält Anruf aus Klinik

Denn das Krankenhaus teilte ihr mit, dass ihr Bruder wegen einer Überdosis Drogen ins St. Barnabas Hospital eingeliefert werden musste. Doch bei einem Anruf und der schlechten Nachricht blieb es nicht.

„Er hatte Schläuche im Mund und eine Nackenstütze“

Die junge Frau aus Brooklyn machte sich schnell auf den Weg zu ihrem Bruder ins Krankenhaus. „Er hatte Schläuche im Mund und eine Nackenstütze“, so die Schwester bereits im Februar gegenüber der „New York Post.“

Ärzte: Gehirn vom Drogenmissbrauch stark in Mitleidenschaft gezogen

Die Ärzte und das Krankenhausteam teilten Shirell Powell vor Ort mit, dass das Gehirn ihres Bruder wegen des Drogenmissbrauchs sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

New York: Familie erhält unglaublichen Anruf

Bereits zwei Tage später erklärten die Ärzte Frederick Williams für hirntot. Shirell Powell und ihre Familie entschieden sich daraufhin dazu, die Maschinen abstellen zu lassen. Kurz darauf plante die Familie die Beerdigung, als sie erneut einen Anruf vom Krankenhaus erhielt.

Es folgte eine unglaubliche Nachricht, die die Familie wohl niemals vergessen wird! Das Krankenhaus teilte ihnen mit, dass es sich bei dem verstorbenen Mann nicht um Shirell Powells Bruder gehandelt habe. Der Verstorbene hieße Freddy Clarence Williams.

„Ich wurde fast ohnmächtig, weil ich jemanden getötet habe“

Doch bei dieser einen Schock-Nachricht blieb es nicht. Denn was war mit Shirell Powells Bruder passiert? Der Bruder sitze in Untersuchungshaft im New Yorker Gefängnis Rikers Island, erklärte das Krankenhaus der Familie. „Ich wurde fast ohnmächtig, weil ich jemanden getötet habe, den ich noch nicht einmal kannte. Denn ich gab meine Zustimmung“, so Shirell Powell verzweifelt gegenüber dem Onlineportal.

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Krankenhaus kann sich Verwechslung zunächst nicht erklären

Wie es zu dieser schrecklichen Verwechslung kommen konnte, blieb zunächst unklar. Das Krankenhaus erklärte, dass das Gesicht des verstorbenen Mannes stark angeschwollen gewesen sei. Der Tote und auch der Bruder der Familie Powell seien vor einigen Wochen ins Krankenhaus gekommen, damals habe die Schwester seine Nummer hinterlegt.

Schwester lässt sich überzeugen und fällt in tiefes emotionales Loch

Doch was sich durch die Verwechslung bei Familie Powell abspielte, hat dramatische Folgen. Eine Schwester von Frederick Williams hatte zuerst erhebliche Zweifel, ob es sich bei dem kranken Patienten tatsächlich um ihren Bruder handelte. Aber sie ließ sich nach einiger Zeit davon überzeugen, dass der Patient ihr Bruder sei. Sogar Williams Töchter erkannten im kranken Patienten ihren eigenen Vater.

Schwester befindet sich in psychologischer Betreuung

Shirell Powell ist seit dem Vorfall in psychologischer Betreuung und kann nicht mehr schlafen. Sie hat das Krankenhaus verklagt. Bisher noch ohne großen Erfolg.

Krankenhaus hat bisher keine Entschuldigung verlauten lassen

Laut Powell habe sich bisher auch niemand bei ihr oder ihrer Familie entschuldigt. Denn wie ihr Anwalt gegenüber dem TV-Sender „CNN“ mitteilt, habe die Klinik bisher keine Fehler eingestanden. Das Krankenhaus sei nicht an der schrecklichen Verwechslung schuld.

Der zuständige Richter hat sich im Sommer im Verfahren zu der Verwechslung geäußert. Familie Powell könne zwar nicht wegen des Todes von Freddy Clarence Williams klagen, aber sie könne wahrscheinlich auf Schmerzensgeld hoffen.

Gericht schließt Schmerzensgeld für Familie Powell nicht aus

„So kann sie sich möglicherweise von der Notlage erholen, die angeblich aus den Folgen der falschen Identifizierung ihres Bruders resultierte“, so der Richter gegenüber der „New York Post“ im Juli.

Powells Anwalt Alexander Dudelson sagte dazu: „Ich bin mit der Entscheidung zufrieden und freue mich darauf, diesen Fall voranzutreiben. Jetzt können wir endlich herausfinden, was tatsächlich im Krankenhaus passiert ist.

Bis dato hat sich das Krankenhaus nicht weiter zu der Verwechslung und dem Gerichtsverfahren geäußert.

++Im Urlaub: Vater und Sohn (4) ertrinken im Meer – furchtbar, was die Strandbesucher dann machen++

Patientenverfügung? System in den USA anders als in Deutschland

In Deutschland kann ein Mensch die Entscheidung darüber, wann die lebenserhaltenden Maßnahmen abgestellt werden sollen, im Vorfeld selbst treffen. Sofern der Patient eine Patientenverfügung hinterlegt hat, in der genau steht, wie vorgegangen werden soll, wenn er die Entscheidung nicht mehr selbst treffen kann.

Ob eine solche Patientenverfügung das schreckliche Missverständnis jedoch verhindert hätte, bleibt fraglich. (mj)

Dieser Artikel erschien erstmals im Februar 2019 bei Der Westen.

 
 

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