Kopftuchverbot: In Österreich dürfen Grundschulkinder ab sofort kein Kopftuch mehr tragen

Kopftuchverbot für junge Mädchen in Grundschulen? Das gibt es bald in Österreich.
Kopftuchverbot für junge Mädchen in Grundschulen? Das gibt es bald in Österreich.
Foto: imago/Symbolbild
  • Parlament in Österreich beschließt ein Verbot von Kopftüchern an Grundschulen
  • Kippa ist noch erlaubt
  • Islamische Verbände sprechen sich klar gegen ein Verbot aus
  • Wird das Verbot auch in Deutschland kommen?

Das Parlament in Österreich ist sich einig: Ein einheitliches Kopftuchverbot für Mädchen in der Grundschule. Die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ hoffen so den Mädchen ein selbstbestimmteres Leben möglich zu machen. Doch viele islamische Verbände sind strikt dagegen – berichtet dpa.

Kopftuchverbot: Mädchen sollen besser integriert werden

„Das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist", ist laut den Parlament demnächst verboten. Die jüdische Kippa bleibt erlaubt – weil die die Mädchen nicht vollverschleiert. Das neue Gesetz zum Kopftuchverbot baut darauf, dass so junge Mädchen besser in ihr soziales Umfeld integriert werden.

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So sieht die Situation für ein Kopftuchverbot in Deutschland aus:

  • In Deutschland gibt es kein generelles Verbot für muslimische Schülerinnen, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen.
  • Das Kopftuchverbot an Grundschulen wäre wohl verfassungswidrig. Da ist sich der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages einig
  • Eltern dürfen die religiöse Erziehung ihrer Kinder so ausleben wie sie möchten
  • Mädchen haben ein Recht auf Glaubensfreiheit
  • Die Karlsruher Verfassungsrichter hatten 2015 mit Blick auf muslimische Lehrerinnen entschieden, dass eine abstrakte Gefährdung des Schulfriedens für ein pauschales Kopftuchverbot nicht ausreiche.
  • Es müsse vielmehr „eine hinreichend konkrete Gefahr der Beeinträchtigung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität» bestehen. Das könne nur im Einzelfall für bestimmte Schulen oder Schulbezirke gelten - aber nicht allgemein.

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Außerdem würde das Gesetz die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen fördern. Die frühere österreichische Bildungsministerin Sonja Hammerschmidt äußert sich laut dpa so:„ Kein Mädchen soll gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen.“

Frauenverband für Verbot

Auch die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes sprach sich positiv für ein Verbot aus. Es sein ein „wichtiger Schritt für den Mädchenschutz“. Sie fordern sogar, dass alle Schulen frei von religiösen Symbolen sein sollen.

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Islamische Verbände stimmen gegen Verbot

Doch der größte islamische Verband (Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich in Österreich wehrt sich strikt gegen das Verbot. Das Kopftuch gelte in der islamischen Kultur „als integraler Teil der Glaubenspraxis unter dem Schutz der Religionsfreiheit“. Die Regierung in Österreich rechnet auch schon damit, dass der Verfassungsschutz das Gesetz prüfen wird. (el)

 
 

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