Könnte seine Frau noch leben? Witwer will Bottroper Apotheker wegen gepanschter Krebsmittel verklagen

In Bottrop soll ein Apotheker Krebsmedikamente zu niedrig dosiert haben. (Symbolbild)
In Bottrop soll ein Apotheker Krebsmedikamente zu niedrig dosiert haben. (Symbolbild)
  • Ein Apotheker aus Bottrop soll Krebspatienten zu schwach dosierte Medikamente verkauft haben, um sich selbst zu bereichern
  • Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt bisher wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz
  • Doch auch ein anderer Verdacht steht im Raum

Bottrop/Essen.  Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte es schon länger, nun könnten dem Bottroper Pansch-Apotheker tatsächlich weitere Ermittlungen ins Haus stehen. Wie die „Bild“ (Bezahlinhalt) berichtet, will der Witwer einer betroffenen Krebspatientin Klage einreichen. Der Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge.

„Unseres Erachtens liegen erste Tatsachen vor, die es nahe legen, dass er auch diese Patientin mit gestreckten Medikamenten beliefert hat“, sagte Sabrina Diehl, Anwältin des Witwers, dem Blatt. Nun müsse der Apotheker beweisen, dass er im konkreten Fall die richtige Dosierung gewählt habe. „Es ist ein abartiger Fall von Habgier auf Kosten krebskranker Patienten.“

Wohl um 2,5 Millionen Euro betrogen

In mindestens 40.000 Fällen soll der Bottroper bei der Dosierung der Wirkstoffe für die Krebsimmuntherapie gespart haben und Krankenkassen um 2,5 Millionen Euro betrogen haben. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen den 46-Jährigen – allerdings zunächst nur wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

Die Behörde habe das Thema Körperverletzung aber im Blick, sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk im Dezember. Schwierig sei vor allem herauszufinden, welche Patienten falsche Rezepturen bekommen hätten. Die Klage des Witwers soll genau das erreichen. (cho/dpa)