Kölner Jäger verliert Waffenschein wegen Trunkenheit

Ein Jäger aus Köln verliert seinen Waffenschein, weil er betrunken zur Jagd gegangen ist. "Macht ein Waffenbesitzer in alkoholisiertem Zustand von seiner Schusswaffe Gebrauch, rechtfertigt dies die Annahme, dass er im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig ist", entschied das Gericht.
Ein Jäger aus Köln verliert seinen Waffenschein, weil er betrunken zur Jagd gegangen ist. "Macht ein Waffenbesitzer in alkoholisiertem Zustand von seiner Schusswaffe Gebrauch, rechtfertigt dies die Annahme, dass er im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig ist", entschied das Gericht.
Foto: dpa/Archiv
Wein und Wodka wirkten wie Zielwasser: Der Jäger traf vom Hochsitz aus den Rehbock – trotz Alkohols. Aber seinen Waffenschein ist er nun los, obwohl der Vorfall schon acht Jahre zurückliegt.

Leipzig. Weil er betrunken auf die Jagd gegangen ist, verliert ein Jäger aus Köln seinen Waffenschein. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch entschieden. Die Polizei hatte ihm 2010 die Waffenbesitzkarte entzogen, weil er nach dem Konsum von Wein und Wodka auf die Pirsch gegangen war. Vom Hochsitz aus hatte er mit einem einzigen Schuss einen Rehbock erlegt. Doch auf der Heimfahrt geriet er in eine Verkehrskontrolle. (Az: BVerwG 6 30.13)

"Macht ein Waffenbesitzer in alkoholisiertem Zustand von seiner Schusswaffe Gebrauch, rechtfertigt dies die Annahme, dass er im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig ist, auch, wenn zum Alkoholkonsum kein weiteres Fehlverhalten hinzutritt", entschied das Gericht. Sorgfältig und sicher gehe mit Waffen nur um, wer keinen Alkohol getrunken habe.

Wer einen halben Liter Rotwein und ein Glas Wodka trinke und dann eine Waffe in die Hand nehme, der nehme in Kauf, dass andere verletzt werden könnten, hatte der Vorsitzende Richter des 6. Senats schon während der Verhandlung gesagt.

Der Rechtsvertreter des Jägers hatte unter anderem argumentiert, dass seinem Mandanten außer dem Alkoholgenuss kein weiteres Fehlverhalten zur Last gelegt werden könne.

Ein Sprecher des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen hatte vor Prozessbeginn betont, die Regelungen im Verband seien ganz klar: "Vor, während und nach der Jagd gibt's keinen Alkohol." Alkoholverzicht, während eine Waffe geführt wird, sei bei den Jägern gelebte Praxis. Es wäre der Gesellschaft auch nicht zu vermitteln, warum es Ausnahmen geben sollte. (dpa)