Knobi-Mafia schmuggelte 144 Tonnen Stinke-Ware

Martina Herzog
Begehrtes Gut bei sonderbaren Schmugglern: Knoblauch.
Begehrtes Gut bei sonderbaren Schmugglern: Knoblauch.

Brüssel. Wahrscheinlich war es für die Zollhunde eine Leichtigkeit: 144 Tonnen Knoblauch haben Zöllner in Polen beschlagnahmt. Die stinkende Ware kam aus China und wurde als Zwiebeln deklariert - um die Einfuhrgebühr zu sparen.

Der Fund stank vermutlich zum Himmel: 144 Tonnen frischen Knoblauchs aus China haben die Zollbehörden in Polen aus dem Verkehr gezogen. Die Knollen seien als Zwiebeln deklariert worden, um die höheren Einfuhrgebühren für Knoblauch zu umgehen, teilte die EU-Kommission am Montag mit.

Die vermeintliche Zwiebelfracht kam über den Rotterdamer Hafen nach Europa und wurde von dort nach Polen weiterversandt. Bereits Mitte Dezember wurden zwei Frachtcontainer mit 48 Tonnen Schmuggel-Knoblauch in Polen sichergestellt, weitere vier Container wurden Anfang Januar beschlagnahmt. Bei der Aufdeckung des anrüchigen Geschäfts arbeiteten die polnischen Behörden eng mit der europäischen Antibetrug-Behörde Olaf zusammen.

Ein schwerer Schlag für die Knobi-Mafia

Durch die fälschliche Zwiebel-Deklarierung wollten die Schmuggler eine zusätzliche Einfuhrgebühr von 1.200 Euro pro Tonne vermeiden. 180.000 Euro wären den Brüsseler Haushältern entgangen. Zwei der Knoblauch-Ganoven wurden verhaftet. Nach Darstellung der EU-Kommission haben die Umtriebe der Knobi-Mafia durch den erfolgreiche Zugriff der Olaf-Fahnder einen „schweren Schlag erlitten“.