Kleine Menschenrechtlerin im Netz gefeiert: 11-Jährige wirft ihrer Schule „Kriegsverbrechen“ vor

Es ist grausam, wenn der Lehrer seine Schüler bestraft – laut einer 11-Jährigen aus England gleicht eine ganz bestimmte Strafe sogar einem Kriegsverbrechen.
Es ist grausam, wenn der Lehrer seine Schüler bestraft – laut einer 11-Jährigen aus England gleicht eine ganz bestimmte Strafe sogar einem Kriegsverbrechen.
Foto: Christian Charisius / dpa
  • Die 11-jährige Ava Morrison-Bell bezichtigte ihre Schule in einem Aufsatz der „Kriegsverbrechen“
  • Sie argumentiert, kollektive Bestrafung im Klassenraum sei der Genfer Konvention zufolge verboten
  • Ihr Lehrer zeigte auf Avas Behauptung eine erstaunliche Reaktion – das Netz feierte sie

Glasgow.  Wahrscheinlich kennst auch du diese Situation aus deiner Schulzeit: Irgendein Klassenkamerad ist frech zum Lehrer. Und dafür wird dann die gesamte Klasse bestraft, obwohl sich niemand außer dem Störenfried etwas zuschulden kommen lassen hat. Solche kollektiven Strafen nerven.

Und sie können mit Kriegverbrechen verglichen werden. Das jedenfalls erklärte die 11-jährige Schülerin Ava Morrison-Bell aus Glasgow in England, als sie in einem Aufsatz gefragt wurde, was ihre Lehrer besser machen könnten. Ihre Behauptung stützt die schlaue Ava auf die Genfer Konvention für humanitäres Völkerrecht im Falle eines Krieges, wie die „Huffington Post“ berichtete.

Avas Aufsatz ging viral mit 500.000 Likes

Avas erstaunliche Bewertung der Lehrmethoden ihrer Schule begeisterte Tausende User auf Twitter – und ging viral mit über 500.000 Likes. Ihr Vater Mason Cross hatte ein Foto ihres Aufsatzes online gestellt. Und tatsächlich leuchtet ihre Argumentation ein, wenn sie schreibt, ihr Lehrer solle „keine kollektiven Strafen verwenden, da dies nicht fair für die vielen Leute ist, die nichts getan haben, und der Genfer Konvention von 1949 zufolge ist es ein Kriegsverbrechen.“

Dabei bezieht sich Ava laut der „Huffington Post“ insbesondere auf das Zweite Protokoll der Konvention, das unter anderem Folter und Sklaverei, aber eben auch kollektive Strafen verbietet. Die Schülerin macht ihren Standpunkt klar: Sie möchte im Klassenzimmer nicht für das Fehlverhalten anderer büßen müssen. Und ihr Beleg für die Grausamkeit dieser Bestrafung ist aus der juristischen Perspektive wohl nachvollziehbar.

Avas Lehrer erwidert ihr ein „ehrwürdiges Schweigen“

Ihr Vater Mason Cross stellte auf Twitter klar, dass Ava ihren Lehrer trotz ihrer Kritik großartig findet. „Es ist nur dieser Aspekt des Bildungssystems,, mit dem sie ein Problem hat“, fügt er hinzu. Cross erzählte der „Huffington Post“, dass seine Tochter bei anderen Fragen des Aufsatzes „sehr positive Dinge sagte“ und dass ihr Lehrer auf ihre Antwort ein „ehrwürdiges Schweigen“ erwiderte.

Vielleicht wird Ava Anwältin für Menschenrechte, wenn sie groß ist. Wie sie für ihre eigenen Rechte eintreten kann, hat die 11-Jährige auf jeden Fall schon herausgefunden. (leve)

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