Kino gewährt AfD-Mitgliedern für diesen Film freien Eintritt: Doch die Partei ist erzürnt

Die AfD muss keinen Eintritt für den Film „Schindlers Liste“ zahlen. (Symbolbild)
Die AfD muss keinen Eintritt für den Film „Schindlers Liste“ zahlen. (Symbolbild)
Foto: WAZ FotoPool
  • Für den Film „Schindlers Liste“ müssen AfD-Mitglieder nicht bezahlen
  • Andere Kinobesucher zahlen sieben Euro
  • Kinoleitung wolle Ort zum Gespräch schaffen

Hachenburg. Das „Cinexx“, ein Kino in Hachenburg am Westerwald, gewährt AfD-Mitgliedern für den Film „Schindlers Liste“ freien Eintritt ins Kino – und das gefällt der Partei gar nicht.

AfD-Mitglieder dürfen „Schindlers Liste“ gucken - ohne den Eintritt zu bezahlen

Das Kino zeigt am 27. Januar (Sonntag) den Film von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993, bei dem der Industrielle Oskar Schindler rund 1000 Juden vor dem Tod im KZ rettete. Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

AfD-Mitglieder haben dabei freien Eintritt, während die übrigen Kinobesucher sieben Euro Eintritt zahlen müssen.

Kino will Ort zum Gespräch anbieten

Nach Einschätzung der „Cinexx“-Leitung verharmlose das Parteiprogramm der AfD die Kriegsverbrechen Nazi-Deutschlands. Das berichtet das Online-Portal „bento“. Zu den Kriegsverbrechen zählt auch der Holocaust, bei dem rund sechs Millionen Juden grausam ums Leben kamen.

Mit dieser Aktion, AfD-Mitgliedern freien Eintritt für den Film „Schindlers Liste“ anzubieten, wolle das Kino einen Ort zum Gespräch anbieten, heißt es bei „bento“.

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Wie nimmt die AfD diese Aktion auf?

Der AfD-Kreisverband Paderborn zeigte sich über diese Aktion erzürnt. Die Partei fühle sich dadurch diskriminiert und schrieb auf Facebook: „Wieder ein Beispiel für die Diskriminierung und Verleumdung Andersdenkender.“

In einem Statement der „Cinexx“-Leitung, das „bento“ vorlag, erklärte sie, dass es jedoch weder ihre Absicht gewesen sei, die AfD auszugrenzen oder zu verleumden, noch die Partei angreifen zu wollen.

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Schindlers Liste wurde Oscar prämiert

Steven Spielbergs Oscar-prämierter Film „Schindlers Liste“ brachte vor 25 Jahren den Holocaust einem breiten Publikum nahe. Er erzählt die Geschichte des Industriellen Oskar Schindler (gespielt von Liam Neeson), der während des Zweiten Weltkriegs in seiner Krakauer Fabrik jüdische Arbeiter rettete.

Da „Schindlers Liste“ in diesem Jahr 25. Jubiläum feiert, wird er auch für Schulklassen in Sondervorstellungen im Kino zu sehen sein.

 
 

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