Keinen Bock auf vollen Hörsaal! Dieser Professor hält seine Vorlesungen auf YouTube

Ein Professor mit Humor: Martin Bonnet in einem parodistischen Video auf Youtube.
Ein Professor mit Humor: Martin Bonnet in einem parodistischen Video auf Youtube.
Foto: Screenshot Youtube / Welt der Werkstoffe
Professor Martin Bonnet führte Video-Vorlesungen an der TH Köln ein. Für Studierende ist das einfacher, viele haben damit mehr Erfolg.

Köln.  Volle Hörsäle und trockene Vorträge adé! Ein Maschinenbau-Professor der TH Köln hatte auf all das keine Lust mehr und setzt seit einiger Zeit auf eine besondere Lehrmethode: Er hält seine Vorlesungen über YouTube.

Und das ist nicht nur für alle bequemer, die Studierenden erzielen seither auch bessere Ergebnisse, wie „Spiegel Online“ berichtet.

Individuelles Lernen

Kaum zu glauben, dass ein Video im Fach Werkstofftechnik mehrere zehntausend Klicks einheimst. Doch das Konzept von Martin Bonnet scheint aufzugehen.

„Videos eigenen sich sehr viel besser für eine individuelle Lehrweise“, erklärte Bonnet „Spiegel Online“. So hat jeder Student die Möglichkeit nochmal zurückzuspringen, wenn er etwas nicht verstanden hat, oder zwischendurch kurz ein Buch zurate zu ziehen.

Aus Frust zu Youtube

„Flipped classroom“ ist die offizielle Bezeichnung für diese Lehrform. Vor fünf Jahren wurde der Professor Martin Bonnet über das Zentrum für Hochschuldidaktik an der TH Köln, an der er lehrt, auf diese Methode aufmerksam. Aus Frust über die damalige Situation hatte er sich dort über neue Möglichkeiten informiert.

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„Hunderte Studenten setzen sich in öffentliche Verkehrsmittel, nur um meine Vorlesung zu hören. Das ist doch eigentlich Unsinn!“, stellt Bonnet fest. Vor einem Jahr veröffentlichte er sein erstes Video und hat auf seinem YouTube-Kanal „Welt der Werkstoffe“ mittlerweile rund 7.700 Abonnenten.

Engagement und gute Ergebnisse

Die Klickzahlen beweisen, die Videos des Maschinenbau-Professors werden auch geschaut. Das spürt Martin Bonnet auch in seinen Übungsstunden zu den Vorlesungen: „Die Studenten kommen vorbereitet zu den praktischen Übungen – und können direkt mitdiskutieren“, freut er sich. „Das macht allen Beteiligten mehr Spaß.“

Und nicht nur das, auch die Ergebnisse in den Klausuren sind seitdem besser. Wo früher nur jeder Zweite durchkam, bestehen derzeit rund 90 Prozent der Studierenden die Prüfungen.

Scheint, als wäre das eine coole neue Lehrform und Martin Bonnet ein cooler Professor, wie nicht zuletzt dieses parodistische Video beweist:

(alka)